LamEldanar - Fragen und Kommentare zum Sprachthread

  • Hier also der Thread für Fragen und Kommentare zur Aeldari-Sprachen. Außerdem halte ich hier auf dem Laufenden, wenn ich in den schon angelegten Post etwas ergänze.

  • Ich denke, das ist zu 80% - 90% Fanfiction. Alles was GW an Wörtern und Sätzen rausgebracht hat, ist da drin. Aber der ganze Sprachaufbau allein ist schon Fanentwicklung.

  • Ich finde toll, wieviel Zeit ihr in so ein Projekt steckt aber wie kommt ihr auf die Idee, dass eine Aliensprache nach menschlicher oder sagen wir eher europäischer Linguistik funktionieren sollte? Vor allem eine derart bildliche Sprache wie die Eldar sie benutzen. Selbst das Chinesische schert da schon aus und die Sprache der Eldar ist weit fremdartiger. Aber hey, viel Erfolg bei eurem Projekt aber versucht bitte nicht, das zum allgemein gültigen Standard für die Community zu machen.

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  • Das können wir gerne diskutieren, aber dann bitte in dem entsprechenden Thread, den ich angelegt habe. Hier bin ich nämlich noch lange nicht fertig und ich möchte vermeiden, dass Diskussionen die Inhalte unterbrechen.


    Kann ein Mod bitte die Post verschieben, falls das Möglich ist?


    Edit: Danke ^^

  • Naja, zunächst einmal: Linguistik ist grundsätzlich deskriptiv, nicht präskriptiv. Ob die Community das zum Standard macht, entscheiden letztlich die Nutzer dadurch, dass sie es nutzen, oder eben auch nicht. Es ist ein Angebot von Leuten für Leute, die Spaß daran haben.

    Wie weit das in der englischsprachigen Community etwa schon verangetragen ist, weiß ich garnicht. Zumindest hab ich in irgendwelchen WDs schon mal Weltenschiffarmeen gesehen, die für ihre Namen Wörter aus dieser Liste benutzt haben. Ob die aus der Liste stammten oder danach in die Liste eingeflossen sind, weiß ich allerdings nicht.


    Zu den weiteren Punkten:


    Es gibt keine europäische Linguistik (Es sei denn, man versteht darunter eine von europäischen Wissenschaftlern betriebenen Teilzweig der Wissenschaft oder die spezielle Erforschung der europäischen Sprachen). Es gibt Linguistik. Eine Sprache funktioniert auch nicht nach einer Linguistik. Linguistik beschreibt, wie eine Sprache funktioniert.

    Und dafür benutzt sie, wie alle Wissenschaften, einheitliche Fachbegriffe, um beobachtete Phänomene zu beschreiben. Welche davon im Einzelnen auftreten, kann natürlich höchst unterschiedlich sein.


    Nun handelt es sich bei LamEldanar natürlich um eine konstruierte Sprache, d.h. wenn man vorgibt, sie linguistisch zu beschreiben, beschreibt man in Wirklichkeit nur, wie sie konstruiert wurde. Aber auch das passiert dann eben mit den standardisierten liguistischen Fachbegriffen. Ich glaube übrigens, dass LamEldanar sich zwar phonologisch am irischen Gälisch orientiert (manche frühen Sprachproben sollen leicht abgewandeltes Gälisch sein), die Syntax und die Tonalität aber tatsächlich durch die chinesischen Sprachen inspiriert sind.


    Bei mir - ich bin ja ausgebildete Sprachdidaktikerin - kommt noch dazu, dass ich versuche, sie einem Laienpublikum so nutzerfreundlich wie möglich zugänglich zu machen. Dazu muss ich noch weiter vereinfachen und selbstverständlich erstrecht auf bekannte Begriffe zurückgreifen, um die Interessenten bei dem abzuholen, was sie irgendwann in der Schulzeit vielleicht mal gehört haben, bzw. durch die Struktur ihrer eigenen Sprache nachvollziehen können.


    Tatsächlich haben die Macher der Sprache einiges mitgegeben, was sich den bekannten Strukturen vor allem der germanischen und romanischen Sprachen, mit denen wir es meist zu tun haben, stark entzieht, u.a.:


    • Keinerlei grammatische Morphologie. Das macht LamEldanar zu einer isolierenden Sprache, eine Ähnlichkeit mit Chinesisch. Die Funktion eines Satzgliedes ist nur durch seine Position im Satz erkennbar. Insofern ist die Grammatik rein formal eigentlich sehr simpel.
    • Praktisch keine Wortarten. Beinahe alle Wörter können in jeder Satzgliedfunktion eingesetzt werden, und zwar völlig unverändert. Ein Merkmal, dass ich ungemein spannend finde. In einem meiner Beispielsätz hab ich schon ein Wort, das eigentlich eine Form eines Lokativaffixes ist, als Prädikat benutzt, weil nichts anderes da war. :D Das ist schon ziemlich beispiellos. Es gibt Sprachen, die Dinge durch Verben umschreiben oder Handlungen aus Nominalstämmen bilden, aber dazu werden die Wörter immer auf irgendeine Art und Weise verändert.
    • Stimmungsklassen. Das Konzept an und für sich versteh ich nicht mal wirklich komplett, vor allem auf der semantischen Ebene kann ich manchem da nicht folgen. Auf der Formebene sind das, bis auf Ausnahmen, lautliche Variationen des gleichen Wortes, die aber keinerlei Regeln folgen, wie etwa unsere Umlautung im Plural, sondern die ziemlich willkürlich und nach Gefühl erscheinen. Eigentlich könnte man das als eine Art Flexion bezeichnen. Allerdings keine, mit der grammtische Funktionen angezeigt werden, wie wir es kennen, sondern semantische Unterschiede. Das ähnelt vom Grundprinzipin in gewisser Weise den Nominalklassen in Suaheli oder der Verbklassifizierung in Navajo. Nur geht es in diesen Sprachen immer um konkrete, physikalische Eigenschaften, nicht um Stimmungen. Und von den Konnotationen, die da jedesmal noch mitschwingen, reden wir an dieser Stelle noch garnicht.
    • Sonstige grammatische Strukturen durch Affigierung ist da noch fast konventionell, findet man z.B. im Finnischen, Ungarischen oder Türkischen. Der Unterschied hier ist allerdings, dass die Affixe gleichzeitig noch eine eigene semantische Bedeutung haben und dadurch auch als selbstständige Wörter verwendet werden können. Affixe existierender agglutinierender Sprachen haben idR keinerlei semantische Bedeutung, sondern markieren ausschließlich eine grammatische Eigenschaft am Wort.


    Das alles zusammen macht LamEldanar semantisch ausgesprochen schwer greifbar. Und ich war bisher erst nur bei einfachen Aussagesätzen, die nur dazu dienen, die grundlegenden synthaktischen Funktionen darzustellen. Wenn die modifizierenden Partikel noch dazu kommen, wird es, dem ersten Eindruck nach, richtig kompliziert. Ich fürchte, die Semantik ist überhaupt nicht vermittelbar, da muss sich jeder mit dem Wortschatz selbst herantasten. Wie ich ganz am Schluss eine Wortliste Deutsch - LamEldanar mache soll, weiß ich noch überhaupt nicht. Eigentlich ist das unmöglich, weil genau das, "Was heißt xy in LamEldanar" eigentlich nicht geht.


    Wenn es dann noch um die Bildhaftigkeit geht, sind wir im Bereich der Pragmatik. Die Eldarsprache ist, folgt man den Beschreibungen in den älteren Codices, hochgradig von Allusion geprägt. Ein äußerst anschauliches Beispiel, wie sowas funktioniert, findet sich in der Star Trek TNG-Folge Darmok. Das würde ich so liebend gerne in meinen Geschichten einfließen lassen. Aber dafür fehlen schlicht die Legenden, auf die ich meine Protagonisten Bezug nehmen lassen könnte. Ob man eine Sprache allerdings referenziell benutzt oder konkret, hat mit der Struktur des dafür verwendeten Sprachsystem zunächst einmal nichts zu tun. Jede Sprache kann man so nutzen, wenn man will und die nötigen Bezugstexte kennt.


    In anderer Hinsicht kann diese Eigenschaft allerdings extrem spannend sein, nämlich dann, wenn es um Wortbildung geht. Da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Zustandswörter unterschiedlicher Bedeutung zusammengesetzt werden und das daraus entstehende neue Wort nur richtig verstanden werden kann, wenn man eine zugehörige kulturelle Referenz kennt.

  • Na dann sind wir ja einer Meinung. Ihr nehmt verschiedene Einflüsse, die ihr kennt und bastelt euch etwas drum rum. Was mich an der Sache etwas stört, ist, dass es dem ganzen Thema Sprache der Eldar tatsächlich nicht nur etwas gibt sondern auch etwas nimmt, da die Sprache profaner ausgestaltet wird als sie beschrieben ist. Allerdings wäre sie auch nicht nutzbar, da man sie natürlich nicht simulieren kann. Für mich überwiegt leider der erste Punkt aber ich bin auch nicht die Allgemeinheit. Deshalb viel Erfolg bei eurem Projekt aber begreift es als Fanprojekt, es wäre wirklich ein Verlust, wenn Kreativität hier in ein erfundenes Korsett gezwängt würde, das von der Community als allgemeingültig anerkannt wird. Aber jetzt genug von Motzki Dage und ich wollte den Thread auch nicht stören, gern alle Beiträge verschieben.

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  • Für mich hast du es sehr gut auf den Punkt gebracht, und genau an der Stelle, wo man persönliche Prioritäten setzen muss (Authentizität vs Umsetzbarkeit), überwiegt für mich der Versuch einer Darstellung. Ich denke, dass es ziemlich viele Dinge gibt, die man nur näherungsweise beschreiben kann, in den meisten Fällen nur über eine assoziative Ebene, bei der Subjektivität natürlich eine entscheidende Rolle spielt. Allein schon Emotionen beschreiben zu wollen, stößt so schnell an seine Grenzen, dass man nicht mehr als einen Abglanz einfangen kann. Mit dieser extrem fremdartigen Sprache verhält es sich ähnlich: Sie wird mit unserem menschlichen Blickwinkel niemals voll erfassbar sein und dennoch kann der Versuch einer Darstellung eine Geschichte atmosphärisch stark aufwerten.


    Dass Fanfiction keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat, sollte klar sein :zwinker:

  • Na dann sind wir ja einer Meinung. Ihr nehmt verschiedene Einflüsse, die ihr kennt und bastelt euch etwas drum rum.

    Ich würde sagen, das ist das Grundprinzip des Warhammer-40.000-Universums generell. ^^


    Ich würde sagen, von offizieller Seite wurde die Eldarsprache bisher nach dem Topos-der-Unsagbarkeit-Prinzip behandelt: Sie ist so kompliziert, dass man sie eh nicht versteht. Damit kann GW sich den Aufwand sparen, da Fachleute dranzusetzen, die das ganze mal ausarbeiten, und begnügt sich damit, einzelne Namen und Begriffe einzustreuen.

    Die, die sich seit rund 20 Jahren da dran gesetzt haben - ich hab da ja garnichts mit zu tun, ich übertrage das nur ins Deutsche und bereite didaktisch auf, was David Donachie auf seiner Seite vorstellt - haben, so scheint es mir, tatsächlich geschaut, was es schon gibt, und dann versucht, etwas völlig anderes zu machen - von den Grundelementen, die eine Sprache schlicht braucht, um zu funktionieren (Morphem und Syntax), mal abgesehen. Je mehr ich mich in die Funktionsweise eindenke und vergleiche, um so mehr stelle ich das fest. Aber da können die tatsächlichen Macher mehr drüber sagen, als ich.

    Natürlich entmystifiziert sowas eine Sache. Mit den offiziellen Fluff geht es ja nicht anders, wenn Ereignisse, die bisher nur als Hintergrund angedeutet waren, jetzt nach und nach in Romanen auserzählt wird.

    Wo dadurch Krativität eingeschränkt oder etwas prophanisiert wird, kann ich jetzt nicht folgen, aber vielleicht magst du mir das genauer erklären, in welcher Hinsicht die Ausarbeitungen nicht zu den Beschreibungen passen. Ich muss dazu sagen, ich kenne nur das, was in den Codices steht, das umfangreichste in der 2. und 3. Edition, und das ist aus linguistischer Sicht sehr vage, enthält aber eine Grundidee, die das Konzept hier ziemlich kreativ umzusetzen versucht. Das Hauptmerkmal dazu ist mMn nach tatsächlich, dass die gesamte Lexik die bekannten Kathegorisierungen komplett übergeht und dermaßen mit impliziten Bedeutungen arbeitet, dass die für den sprachlichen Ausdruck entscheidender sind, als die grammatischen Strukturen (weswegen die so simpel und reduziert sein können).

    Aber vielleicht hast du ja noch Quellen, die ich nicht kenne, da wäre ich natürlich neugierig.

  • ...
    • , das eigentlich eine Form eines Lokativaffixes ist, als Prädikat benutzt, weil nichts anderes da war. :D Das ist schon ziemlich beispiellos. Es gibt Sprachen, die Dinge durch Verben umschreiben oder Handlungen aus Nominalstämmen bilden, aber dazu werden die Wörter immer auf irgendeine Art und Weise verändert.

    Alleine an dieser Stelle fühle ich mich, wie ein Mensch des 41. Jahrtausends, der versucht, die Eldarsprache zu verstehen :D  Mondschatten, meinst Du damit z.B. die russische Sprache oder Estnisch?Ich bin zwar ein ziemlicher Anti-Linguist (was das Benutzen, Behalten oder Verstehen des Fachvokabulars angeht), aber ich habe irgendwie im Kopf das diese Sprachen sehr begeisterte Wortveränderer sind.


    • Stimmungsklassen. Das Konzept an und für sich versteh ich nicht mal wirklich komplett, vor allem auf der semantischen Ebene kann ich manchem da nicht folgen.

    Dass Du dies nicht wirklich verstehst, macht doch durch die Fluffbrille gesehen auf jeden Fall Sinn. ;) Du bist schließlich eine menschliche Linguistikerin und die Eldarsprache übersteigt doch lt. Fluff unseren Intellekt (ok hier blende ich mal aus, dass die Inhalte, mit denen Du Dich gerade auseinander setzt, von anderen Menschen erfunden wurden).


    Na dann sind wir ja einer Meinung. Ihr nehmt verschiedene Einflüsse, die ihr kennt und bastelt euch etwas drum rum. Was mich an der Sache etwas stört, ist, dass es dem ganzen Thema Sprache der Eldar tatsächlich nicht nur etwas gibt sondern auch etwas nimmt, da die Sprache profaner ausgestaltet wird als sie beschrieben ist. Allerdings wäre sie auch nicht nutzbar, da man sie natürlich nicht simulieren kann. Für mich überwiegt leider der erste Punkt aber ich bin auch nicht die Allgemeinheit. Deshalb viel Erfolg bei eurem Projekt aber begreift es als Fanprojekt, es wäre wirklich ein Verlust, wenn Kreativität hier in ein erfundenes Korsett gezwängt würde, das von der Community als allgemeingültig anerkannt wird. Aber jetzt genug von Motzki Dage und ich wollte den Thread auch nicht stören, gern alle Beiträge verschieben.


    Ich glaube, niemand je in Anspruch genommen, dass dies hier ein Korsett sein soll, in das sich die Community einzufügen hat. Falls die hier beschriebene Sprache die Community überzeugt, wird das wohl wie mit jeder anderen Sprache ablaufen, die wir kennen. Sie wird verwendet und verdrängt ggf. andere Formen, oder sie verschwindet aus dem Gebrauch und bleibt lediglich schriftlich erhalten. Ich sehe hier überhaupt keinen Widerspruch zur Kreativität anderer. Jeder, der sich diese Arbeit machen möchte, kann mit den paar Sprach-Brocken von GW machen was er möchte. So isoliert, wie die Eldar voneinader sind und so lange sie schon voneinander getrennt sind, dürfte es sehr vermessen sein, zu behaupten, dass alle immer noch die gleiche Sprache sprechen. Schon allein die Exodithen oder kleineren versprengten Weltenschiffe bekommen jetzt nicht jeden Tag Besuch von der lingusitischen Fakultät der Hochschule zu Commorragh, um sich über die Reinheit der lokalen Sprache auszutauschen.

    Ich frage mich gerade, ob sich jemand bei Gene Roddenberry beschwert, dass er klingonisch erfunden hat (hat er das überhaupt?)? Soweit ich es überblicken kann, hat Tolkin auch nicht so viel negatives Feedback für die Entwicklung der Elbensprachen bekommen. Beide Sprachen wurden auch von einer Fangemeinde weiterentwickelt und überhaupt erst zu Sprachen gemacht. Von daher finde ich den gewählten Ansatz hier ziemlich cool, zumal ja niemadem verboten wurde, etwas Eigenes daraus oder daneben zu entwickeln.


    Den Ansatz, den Mondschatten und ihre Quelle gewählt haben, könnte man doch viel mehr als den Versuch der Menschheit interpretieren, eine Aliensprache übersetzen zu wollen, wohl wissend, dass die Entwickler und Nutzer dieser Sprache, gänzlich anders ticken als wir. :D Menschen neigen dazu, das Verhalten anderer Spezies zu vermenschlichen, um dieses Verhalten einordnen zu können. Genau so wird es irgendwelchen Inquisitoren (oder deren Schreiberlingen) ergehen, die versuchen die Eldarpsyche zu ergründen, indem sie versuchen Eldarquellen zu übersetzen. Ok, das mir dieser Ansatz genügt, weil ich hier schlichtweg aus dem imperialen Blickwinkel darauf schaue, sollte auch klar sein. Ich vermute mal, dass es für einen eingefleischten Eldarspieler vielleicht um mehr geht.

  • meinst Du damit z.B. die russische Sprache oder Estnisch?Ich bin zwar ein ziemlicher Anti-Linguist (was das Benutzen, Behalten oder Verstehen des Fachvokabulars angeht), aber ich habe irgendwie im Kopf das diese Sprachen sehr begeisterte Wortveränderer sind.

    Ich hab für Vergleiche jetzt weniger in der Indoeuropäischen Sprachfamilie gesucht, sondern außerhalb, weil man da wirklich sehr verschiedene Strukturen findet. Aber ja, wohl auch. LamEldanar verändert halt praktisch garnichts. Dafür kannst du mit den Worten je nach Kombination und Konnotation ziemlich unterschiedliche Sachen ausdrücken.


    Zitat von Mondschatten

    das eigentlich eine Form eines Lokativaffixes ist, als Prädikat benutzt, weil nichts anderes da war.

    Das war jetzt als Bespiel dafür gedacht, dass man jedes Wort da benutzen kann, wo man es braucht, solange es die Bedeutung transportiert. feok ist die Passiv-Form dieses Worts mit der Bedeutung "unterhalb" und soll dafür benutzt werden, um zu sagen, dass sich etwas unter etwas anderem befindet. Das Wort hat aber auch eine Nagtiv-Form feis, und die bedeutet "Stütze" oder "unterstützend". Ich brauchte etwas, womit ich "helfen" ausdrücken kann, also hab ich das genommen. Und folgt man David Donachies Beschreibung ist das genau die Art, wie man mit den Wörtern umgehen soll.


    Dass Du dies nicht wirklich verstehst, macht doch durch die Fluffbrille gesehen auf jeden Fall Sinn. ;) Du bist schließlich eine menschliche Linguistikerin und die Eldarsprache übersteigt doch lt. Fluff unseren Intellekt (ok hier blende ich mal aus, dass die Inhalte, mit denen Du Dich gerade auseinander setzt, von anderen Menschen erfunden wurden).

    Ich denke, da spielt mit, dass sich die Macher bei der Zuordnung der Wörter mit ihrer Bedeutung in die Stimmungsklassen dabei eben an den Konnototaionen orientiert haben, die sie selbst mit diesen Wörtern verbinden. Dann ist da noch die Sprachbrücke vom Deutschen zum Englischen dazwischen, wo manche Wörter bei gleicher Bedeutung noch eine an deren Unterton haben als die deutsche Übersetzung. Ich nehm das alles einfach erstmal als gegeben hin. Aber ich findes es spannend, wie sie diese Untertöne zum Hauptmerkmal für den Gebrauch gemacht habe.


    ch glaube, niemand je in Anspruch genommen, dass dies hier ein Korsett sein soll, in das sich die Community einzufügen hat. Falls die hier beschriebene Sprache die Community überzeugt, wird das wohl wie mit jeder anderen Sprache ablaufen, die wir kennen. Sie wird verwendet und verdrängt ggf. andere Formen, oder sie verschwindet aus dem Gebrauch und bleibt lediglich schriftlich erhalten. Ich sehe hier überhaupt keinen Widerspruch zur Kreativität anderer. Jeder, der sich diese Arbeit machen möchte, kann mit den paar Sprach-Brocken von GW machen was er möchte. So isoliert, wie die Eldar voneinader sind und so lange sie schon voneinander getrennt sind, dürfte es sehr vermessen sein, zu behaupten, dass alle immer noch die gleiche Sprache sprechen. Schon allein die Exodithen oder kleineren versprengten Weltenschiffe bekommen jetzt nicht jeden Tag Besuch von der lingusitischen Fakultät der Hochschule zu Commorragh, um sich über die Reinheit der lokalen Sprache auszutauschen.

    Wenn der Laie einen Sachverhalt verstanden hat, kann er ihn viel besser Erklären als der Fachmann. Was mal wieder bewiesen wäre. :D


    Ich frage mich gerade, ob sich jemand bei Gene Roddenberry beschwert, dass er klingonisch erfunden hat (hat er das überhaupt?)? Soweit ich es überblicken kann, hat Tolkin auch nicht so viel negatives Feedback für die Entwicklung der Elbensprachen bekommen. Beide Sprachen wurden auch von einer Fangemeinde weiterentwickelt und überhaupt erst zu Sprachen gemacht. Von daher finde ich den gewählten Ansatz hier ziemlich cool, zumal ja niemadem verboten wurde, etwas Eigenes daraus oder daneben zu entwickeln.

    Marc Okrand hat Klingonisch für das Star Trek Franchise entwickelt. Bei Tolkien stand die Entwicklung der Sprachen ja sogar am Anfang seiner gesamten Arbeit. Inzwischen machen das viele. Na'vi ist auch als prinzipiell funktionierende Sprache ausentwickelt. Fun-Fakt am Rande: der deutsche Wikipedia-Artikel über konstruierte Sprachen listet sogar Imperales Gotisch als Beispiel auf. Dabie wüsste ich nicht mal, dass es das als entwickelte Sprache überhaupt gibt, sondern nur als Idee des latinisierten Englisch.


    Den Ansatz, den Mondschatten und ihre Quelle gewählt haben, könnte man doch viel mehr als den Versuch der Menschheit interpretieren, eine Aliensprache übersetzen zu wollen, wohl wissend, dass die Entwickler und Nutzer dieser Sprache, gänzlich anders ticken als wir. :D Menschen neigen dazu, das Verhalten anderer Spezies zu vermenschlichen, um dieses Verhalten einordnen zu können. Genau so wird es irgendwelchen Inquisitoren (oder deren Schreiberlingen) ergehen, die versuchen die Eldarpsyche zu ergründen, indem sie versuchen Eldarquellen zu übersetzen. Ok, das mir dieser Ansatz genügt, weil ich hier schlichtweg aus dem imperialen Blickwinkel darauf schaue, sollte auch klar sein. Ich vermute mal, dass es für einen eingefleischten Eldarspieler vielleicht um mehr geht.

    Genau das ist auch Idee von David Donachies Seit. Als eingefleischter Eldarspieler hab ich das in meinem Thread nur von der anderen Seite aufgezogen: ein wohlwollender Aeldari-Sprachgelehrter versucht, seine Sprache so weit auf menschliche Kathegorien runterzubrechen, dass sie sich mit ihm verständigen können. :D Aber auch so, die Fokussierung auf die Untertöne der Worte und das Übergehen klassischer sprachstruktuereller Kathegorien macht das für mich eigentlich auch aus Eldarsicht recht stimmig.

  • Mit der Diskussion im Hinterkopf habe ich im ersten Post die Erklärung der Stimmungsklassen erweitert, um deutlicher zu machen, dass es sich bei den Formen um ein und dasselbe Wort in verschiedenen Aussprachevarianten handelt, die die Bedeutung implizit variieren.

    Außerdem habe ich eine Abschnitt über die universeller Einsetzbarkeit der Wörter unabhängig von unseren Wortart-Vorstellungen hinzugefügt. Ich hoffe, ich bringe das verständlich rüber.

  • Ich habe die Posts zum Gebrauch der Eldar-Sprache ein wenig überarbeitet. Auf Dauer habe ich mich doch an den Begriffen Subjekt und Objekt gestört, auch wenn David Donachie selbst damit arbeitet.


    Subjekt und Objekt sind Satzglieder und damit grammatisch-syntaktische Funktionen. Sie werden (im Deutschen) über die Wortart Nomen (im weiteren Sinne) definiert und durch den grammatischen Fall markiert. Das alles gibt es im LamEldanar aber nicht. Überhaupt legt die Sprache den Fokus vor allem auf die Bedeutung, systematische oder strukturelle Eigenschaften haben die Wörter praktisch garnicht.


    Deshalb bin ich zu einem anderen Beschreibungsansatz gewechselt, der auf die Bedeutung - in dem Fall die Bedeutung im Zusammenhang der kompletten Aussage - Bezug nimmt, die sogenannten semantischen Rollen. Die sematischen Rollen gegeben konkret an, welche Rolle eine Person oder ein Ding in einer Handlung ausfüllt: Ist es der Handelnde oder der Gegenstand, an dem die Handlung vollzogen wird? Erhalten bleibt der Begriff des Prädikats, das die Handlung selbst benennt. Der Einfachheit halber beschränke ich mich dabei auf die zwei grundlegende Semantische Rollen AGENS und PATIENS, die entsprechenden linguistischen Forschungsansätze differenzieren weiter, aber das wäre hier nicht zweckmäßig.


    Im Standard-Aussagesatz sind die Rollen weitgehend deckungsgleich mit den Satzgliedern. Im Wesentlichen ändert sich also wenig zu dem, was ihr vielleicht noch aus der Schule kennt. Was sich aber ändert - und das war mir wichtig - ist die Perspektive auf die Sprache. Die semantische erscheint mir einfach angemessener als die grammatische, für die nicht einmal die strukturellen Grundlage gegeben sind. Und es wirkt weniger formell eingeengt.