Die Orden der Inquisition und ihre typischen Merkmale

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    Ich trage mich schon seit einer Weile - im Grunde schon seit etlichen Jahren - mit dem Gedanken, ein paar Inquisitoren und ihr Gefolge zu bauen und zu bemalen. Da das mehr an dem Umstand liegt, dass mir die abgefahrenen Typen, die ich anderswo so sehe (Stichwort: John Blanche :D), so gut gefallen, und weniger daran, dass ich mich mit dem Fluff gut auskenne, bin ich nicht so ganz sicher, wie ich das am Besten angehe.

    Ziel ist es, für jeden der Orden der Inquisition jeweils einen Inquisitor zu haben, der von einem Gefolge beliebiger Größe begleitet wird, wo ich mich dann ggf. ein wenig mit Umbauten oder so austoben kann (sofern nicht bereits geschehen oder durch den Kauf entsprechender Figuren abgedeckt).

    Jetzt kommt ihr ins Spiel:

    Was macht für euch die typischen Merkmale des jeweiligen Inquisitions-Ordens aus?

    Wie sieht ein "typischer" Inquisitor des jeweiligen Ordens aus?

    Welcher Art ist das Gefolge, das er/sie um sich scharen würde? Was muss da auf jeden Fall dabei sein? Was geht gar nicht (sind z.B. Ogryns/Halblinge oder gar Alienrassen denkbar?

    Wäre cool, wenn diejenigen hier, die sich da etwas mehr auskennen als ich, ein paar Gedanken äußern würden, die mir helfen, Gruppen zusammenzustellen, die sich "richtig" anfühlen ...

  • Oooh, da kann ich was dazu beisteuern, habe ich doch mehr als 1000h in "Darktide" hinter mir, wo ich quasi für einen Inquisitor arbeite.

    Dazu kommt noch die "Dawn of War" Reihe, wo in jedem Ableger ein Inquisitor anwesend ist. "Space Marine 1" und "Eisenhorn:Xenos"; nicht zu vergessen existiert "Inquisitor Martyr" bereits und bald erscheint noch "Dark Heresy".

    Rein aus der Videospiel-Ebene gibt es mehr als genug Quellmaterial, um einige deiner Fragen beantworten zu können. Allein schon weil jedes Spiel seine Inquisitoren in ein etwas anderes Licht rücken.

    Ich versuch das mal zusammen zusammeln und in den nächsten 1-2 Tagen hier zu posten.

  • Ich kann dann auch noch etwas älteren Fluff beisteuern, ich habe nämlich mal das 54mm Spiel Inquisitor besessen, das zum ersten mal den Hintergrund zu den Ordos und dem ewigen Kampf zwischen den Inquisitoren ausgebaut hat.

  • Kleine Plananpassung. Anstelle, dass ich einen riesigen Block hier aufsetze, werde ich jeden Inquisitor, der mir bekannt ist hier einzeln auflisten in deren individuellem Post.
    Macht sicherlich leichter zu posten, hält den Thread ein wenig länger warm und ich kann es angenehmer einordnen. Außerdem kann Nachtschatten auch viel leichter Zwischenfragen stellen, wenn welche aufkommen.

    Ich muss vorwarnen, dass jeder Post von mir sehr wahrscheinlich Spoiler für die jeweiligen Spiele beinhaltet. Wer also vorhat die Videospielwelt von Warhammer zu erkundschaften, sollte besser aufhören in diesem Thread mitzulesen.

    Fangen wir mit dem ersten an:

    Mordecai Toth - Ordo Malleus

    Toth.jpg

    In Dawn of War 1 ist er ein unterstützender Charakter, der recht früh in die Kampagne der Blood Raven Space Marines auftritt und in der Perspektive des Spielers einen schmalen Grad zwischen Protagonist oder Antagonist wandert.

    Er schreckt nicht davor zurück einen Space Marine Captain davor zu bezichtigen in eigener Sache zu agieren, anstelle im Interesse des Imperiums und ihm Resourcen zu verwehren, wenn sich seine Verdächtigungen erhärten.

    Auf der anderen Seite ist er aber auch nicht herzlos. Er gesteht Fehler ein und ist gewillt diese auch zu korrigieren.

    Toth wird als Pragmatist dargestellt. Er kommt ohne Entourage oder persönliche Leibgarde daher, kann also sehr wohl auf sich allein aufpassen.

    Stattdessen nutzt er die loyalen Elemente, die vor Ort zur Verfügung stehen. Wenn er zu der Ansicht kommt, dass die Space Marines irrational agieren, macht Toth Gebrauch von seinem Dekret als Inquisitor und übernimmt die vollständige Kontrolle über den Planeten Tartarus und all seiner Resourcen. Anstelle die Feinde des Imperiums direkt zu konfrontieren, bevorzugt er es lieber Sie auf dem Planeten zurück zulassen, da dieser im Begriff ist von einem Warpsturm verschluckt und sie somit mit sich selbst gefangen sein werden und damit gegenseitig vernichten. Ganz offensichtlich also jemand, der nicht im Eifer des Glaubens die eigenen Reihen verheizt.

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    Das sollte eine (sehr) grobe Zusammenfassung von Mordecai Toth sein. Hier noch ein Link zu seinem Wiki Artikel für eine detailierte Story Beschreibung.

    Wenn ich weitere Inquisitoren aus anderen Ordo auflisten werde, dann wird sich teilweise ein ähnliches Bild darstellen, aber es gibt Individuen, die auch eine völlig andere Richtung laufen.

  • Ich funke dann einfach mal ab und an dazwischen, wie ich gerade Zeit finde, ein bissel was zu tippen...

    Die Inquisition ist keine in sich einige und hierarchisch durchorganisierte Organisation. Es gibt keine starren Regelungen oder festen Glaubensgrundsätze, die für die Inquisition als ganzes gelten. Vielmehr ist jeder Inquisitor mit den vollen Machtbefugnissen seines Amtes ausgestattet und nur sich selbst und dem Imperator Rechenschafft schuldig. Er kann allen Bürgern des Imperiums und theoretisch sogar Space Marines Befehle erteilen. Gleichzeitig kann er aber nicht auf spezielle Machtmittel zurückgreifen, um die Befehle durchzusetzen. Es gibt sozusagen keinen Regierungsapparat, keine der Inquisition als Organisation dauerhaft und direkt unterstellte Truppen. Deswegen operieren Inquisitoren oft aus den Schatten und führen selten offene Kriege oder erobern Planeten.

    Es gibt zwar Zirkel und Großinquisitoren, die diesen vorstehen, das sind aber keine starren Gebilde. Vielmehr sind das Gruppen von Inquisitoren, die sich zum jeweiligen Zeitpunkt einigermaßen einig sind, was ihre Philosophie und Ausrichtung betrifft. Solche Zirkel können wieder zerfallen oder einzelne Mitgliede können sich daraus zurückziehen. Die gegenseitige Kontrolle von einzelnen Inquisitoren obliegt anderen Inquisitoren. D.h. um einen Inquisitor seines Amtes zu entheben oder als Radikalen zu brandmarken, braucht es jeweils andere Inquisitoren, im Optimalfall mehrere, die ein solches Urteil fällen und auch vollstrecken. Der in Ungnade gefallene Inquisitor behält aber dabei seine Machtfülle, bis es den ihn verurteilenden gelingt, ihn zu fangen oder zu töten.

    Was die Inquisition eher zusammenhält als Hierarchien sind Philosophien und Ordos. Ein Ordo ist sozusagen eine Spezialisierung auf ein bestimmtes Gebiet, aus dem dem Imperium Schaden drohen könnte. Die drei großen Ordos sind bekannt, aber es gibt auch noch viele andere kleinere Ordos. Ein Inquisitor kann sich im Laufe seiner Tätigkeit auch anderen Ordos zuwenden, das ist aber eher die Ausnahme.

    Philosophien sind in diesem Zusammenhang die persönlichen Beweggründe und Galubensgrundsätze eines Inquisitors, also die Art, wie er selbst versucht, seinen Auftrag vom Schutz der Menschheit durchzuführen. Die grundlegendste Unterscheidung dabei ist die zwischen Puritanern und Radikalen.

    Fortsetzung folgt...

  • Nachtschatten 10. Februar 2026 um 19:45

    Hat den Titel des Themas von „Die Orden der Inquisiton und ihre typischen Merkmale“ zu „Die Orden der Inquisition und ihre typischen Merkmale“ geändert.
  • Soweit richtig, was Sebi geschrieben hat.

    Ich denke aber, dass durch eine Auflistung von mehreren Inquisitoren eine gewisse Gemeinsamkeit herausfiltern lässt, um ein Bild für Nachtschattens Bauprojekt malen zu können.


    Nächster Charakter:
    Inquisitor Adrastia - Ordo Hereticus

    Andrastia_4.jpg

    In Dawn of War 2: Retribution ist Sie ein zentraler Charakter für die Story. Der Subsektor Aurelia ist seid Jahrzehnten konstant in mehreren Konflikten verwickelt und ist kaum noch haltbar für das Imperium. Da die Kosten langsam den Nutzen überschreiten wurde vom Sektorkommando beschlossen, dass alle Planeten mit Exterminatus ausgelöscht werden sollen, damit der Brandherd im Ganzen nicht mehr existiert.

    Adrastia wurde von Blood Raven's Captain Gabriel Angelos kontaktiert, weil er die Ursache für all' die Probleme gefunden haben soll, die ausgerechnet aus seinem eigenen Space Marine Orden hervorspringen und Sie seine Vermutung bestätigen soll. Durch ihren Einfluss kann der Exterminatus aufgehalten und der Orden der Blood Ravens gerettet, oder vollständig verdammt werden.

    Die gleiche Kampagne kann mit unterschiedlichen Fraktionen gespielt werden und Adrastia hat in den meisten davon einen Einfluss auf die Geschehnisse, welche die Story vorantreiben. Sie kann entweder die Space Marines dazu bewegen, ihren internen Zwist eigenständig zu bewältigen, damit ihre Unschuld bewiesen und der Exterminatus zum Halt kommt. Oder Sie stichelt Xenos an, um deren Interessen mit ihren eigenen Vorhaben in die selbe Bahn zu lenken. Im Falle der Garde-Kampagne legt Sie sogar selbst Hand an, um den Aurelia Sektor vor einem Exterminatus zu bewahren.


    Inquisitor Adrastia ist vielseitig. Sie ist live vor Ort, um ihre Untersuchung voranzutreiben und ist je nach Kampagne entweder allein unterwegs, führt eine Eskorte von imperialen Stormtroopers mit sich oder, im Falle der Imperialen-Kampagne, stellt einen Garde-General als ihre persönliche Leibgarde, sowie Militärberater ein. Sie ist also eine Inquisitoren, die sich eigenständig durchschlägt, aber nicht davon abgeneigt ist, die Unterstützung von Alles und Jedem in Anspruch zu nehmen.

    Das geht sogar soweit, dass Sie z.B. in der Ork-Kampagne den hiesigen Ork-Piraten Clan anheuert, um das "Problem" der Blood Ravens zu beseitigen. Die Verhandlung über die Bezahlung ist vor allem interessant, weil Sie weiß, dass Geld für Orks wertlos ist und imperiale Waffen auf lange Sicht kontraproduktiv. Stattdessen bietet Sie an 3x imperiale Regimenter bereit zustellen, die gegen die Orks auf einem Schlachtfeld ihrer Wahl antreten sollen. Quasi eine "Party" als Dankeschön für ihre Dienste. Sie hat also kein Problem damit, Menschenleben für ihre Zwecke zu verheizen. Erst als der Ork-Boss ihren Hut also Bonus haben will, weil er den cool findet, widerruft Sie ihr Angebot. Ihr persönliches Hab und Gut steht also über dem Interesse des Imperiums. Eitle Frau. :/

    Adrastia ist jedoch nicht ohne Mitgefühl. Sie ist beeindruckt von lokalen Soldaten, die schon länger in dem Sektor kämpfen und noch immer ihre Loyalität, sowie Tapferkeit unter Beweis stellen. Auch wenn Sie keine Reue zeigt, wenn der gesamte Subsektor dem Exterminatus zum Opfer fällt, bevorzugt Sie es diesen Ausgang zu vermeiden.

    Ihr Einfluss ist als Inquisitorin beeindruckend:
    Sie hat persönlichen Kontakt zu einem Captain der Space Marines, rekrutiert einen imperialen General in ihr Entourage und hat die Authorität den Befehl von Exterminatus aufzuheben.

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    Hier der Link zu ihrem Wiki Artikel.

    Noch ein Wort zu ihrem Design. Adrastia's Auftreten ist sehr stark an das Model von Inquisitor Greyfax angelehnt; ein paar abweichende Details hier und da.

  • Ich denke, die Darstellung von einzelnen bekannten Inquisitoren und die allgemeinen Hintergrundinfos ergänzen sich ganz gut. So hat man Schablonen und das Material um an den Schablonen rumzuschrauben. Entsprechend mach ich einfach mal ne Runde weiter:

    Die drei großen Ordos sind Ordo Malleus, Ordo Xenos und Ordo Hereticus. Malleus bekämpft Chaos und vor allem Dämonen, Xenos Außerirdische und solche, die mit Ihnen Kontakt pflegen und Hereticus vor allem menschliche Abweichler und Psioniker/Hexen.

    Natürlich gibt es da Überschneidungen und die Zuständigkeiten sind nicht 100% abgegrenzt. Ein Inquisitor des Ordo Hereticus kann z.B. bei einem korrupten Gouverneur auf Chaosanbetung treffen oder eine dämonische Inkursion kann durch ein Xenos-Artefakt verursacht worden sein.

    Es gibt aber auch viele kleinere Ordos. Genannt wurden z.B. ein Ordo, der sich um Abweichungen und Risiken beim Adeptus Mechanicus kümmert, ein Ordo, der Zeitreisen überwacht, ein Ordo, der das Astra Militarum kontrolliert und so weiter.

    Auch die Ordos darf man sich aber nicht als hierarchische und in sich geschlossene Organisationen vorstellen. Ein Inquisitor entscheidet mit seinem "Interessengebiet" darüber, welchem Ordo er sich zugehörig fühlt. Das kann sich auch mal ändern.

    Die Zugehörigkeit entscheidet natürlich auch ein bisschen darüber, welches Wissen ein Inquisitor hat und welche Ausrüstung er braucht bzw. verwendet. Geweihte Waffen, die gegen Dämonen helfen, gibt es eher im Ordo Malleus, Anti-Psi-Waffen wir ein Condemnor-Bolter eher beim Ordo Hereticus und exotische Gifte eher beim Ordo Xenos.

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    Ihr beiden seid wirklich wunderbar! Das hilft mir schon sehr, in die Sache reinzukommen, und ich bin gespannt auf das, was ihr noch so zu Tage fördert. Das Ganze ist am Ende mit Sicherheit nicht nur für mich und mein Wunschprojekt, sondern für viele andere ebenfalls ein Quell der Inspiration. Dafür schon jetzt ein riesengroßes Dankeschön!

    Adrastia's Auftreten ist sehr stark an das Model von Inquisitor Greyfax angelehnt; ein paar abweichende Details hier und da.

    Gut, dass Du das schreibst - dabei fiel mir nämlich gerade ein, dass das Modell auch noch irgendwo in meinem Pile of Shame herumfliegt :D Ich geh dann mal in den Keller, ein wenig herumwühlen :D

  • Ich habe weniger zum Fluff beizutragen, sondern kann dazu nur zwei Inspirationen nennen. Zum Fluff haben bereits andere und ausreichend genug geschrieben. Passend finde ich beim Hintergrund von 40k aber vor allem immer die Videos von 1000 für den Imperator auf YT. Auch zu Inquisitioren gibt es da einiges zu. Kann man gut beim Malen hören ;)


    Mein erster Tipp: Google mal nach Inq28. Da bekommst du bestimmt einiges an Inspiration. Auch ein Blick bei Pinterest mit diesem Stichwort lohnt sich da.


    Zu Inq28 gibt es außerdem diverse Backgroundbeschreibungen und Anregungen seine eigene Inquisitioren + Gefolge zu kreieren. Gibt da auch ein Regelwerk zu.


    Mein zweiter Tipp: https://28-mag.com/


    Die haben echt tolle Artikel zu Umbauten, Kitbashes, Bemalungen, Fluff und Artworks. Als Inspirationsquelle ist diese gratis Magazin Gold wert.

  • Nachtschatten Kein Ding. Wenn ich schon triviales Wissen in meinem Kopf rumschwirren habe, dann kann ich das ja auch mal nutzen.

    Ich habe auch schon einiges an Umbauten aus Necromunda und AoS für Inquisitoren gesehen. Ich denke an Vorlagen und Ideen wird es dir sehr bald nicht fehlen.

    Machen wir weiter.

    Inquisitor Damien Holt - Ordo Xenos

    inquisitor_holt_dow.jpg

    Hier kommen wir zum ersten Inquisitor, der sich wesentlich mehr agatonistisch verhält und seine Intentionen nur spärlich offenbahrt.

    Aber der Reihe nach. Er ist ein Charakter in Dawn of War 3, der sich auschließlich nur über Vox zu Wort meldet. Zu keinem Zeitpunkt des Spiel ist er live zu sehen. Holt ist wahrlich ein Schreibtischhenkst, der Andere für sich arbeiten lässt.

    Der Konflikt findet zu Beginn von DoW 3 auf dem Planeten Cyprus Ultima statt. Eine imperiale Welt, Heimat von dem imperialen Ritterorden des Haus Varlok. Umzingelt von Orks bittet das Haus um Unterstützung, aber der Inquisitor blockiert den Hilferuf und lässt das Haus auf sich allein. Erst der Eingriff der Blood Ravens verhindert die Auslöschung von Haus Varlok; sehr zum Ärgernis von Holt.

    Nicht weil die Space Marines einem Verbündeten beigestanden haben; das ist ihm gleichgültig, ob Loyale 'drauf gehen oder nicht. Vielmehr verstöhrt es ihn, dass seine Authorität über den Sektor untergraben wurde. Zu seinem Pech sind Space Marines jedoch nicht verpflichtet einem Inquisitor Gefolge zu leisten. Sie tun es nur, wenn es ihrer Meinung nach die bessere Option und im Interesse des Imperators ist.

    Sein Ziel war die Aufrechtherhaltung einer Blockade, die verhindern sollte, dass Unbefugte Zutritt zu dem Planeten Acheron erhalten sollten. Dieser Planet erschien nur alle 1000 Jahre aus dem Immaterium, zusammen mit einem mächtigen Xeno Artefakt, dass Holt sich unter den Nagel reißen wollte. Cyprus Ultima wäre die nächstbeste Welt von der aus Acheron erreichbar wäre. Für seine Blockade wurden von dem Inquisitor mehrere Sternenfestungen in Stellung gebracht. Dies zeigte, dass wenn er auch keine Marines befehligen kann, trotzdem großen Einfluss besaß.

    Holt war es gleichgültig, ob ein ganzes Haus von imperialen Rittern ihrem Schicksal ausgeliefert blieben, oder ob ein komletter Space Marine Orden aufhört zu existieren. Solange seine Blockade bestehen blieb und nur er allein Zugriff auf das Xeno-Artefakt besitzt, war ihm jedes Mittel recht.


    Seine Rolle in DoW 3 war letztlich recht kurz. Nach dem Erscheinen von Acheron und der Feststellung, was das Artefakt tatsächlich bewirkt, verschwindet Inquisitor Horst ohne weiteren Vermerk aus der Story. Ob seine Intentionen für ihn Auswirkung in irgendeiner Form nachgezogen haben, ist nicht bekannt.

    Fakt ist, dass in Dawn of War 4 die Blood Ravens weiterhin existieren. Wenn er versucht hatte, Sie zur Rechenschaft zu ziehen, weil die Space Marines seine Pläne mehr oder minder durchkreuzten, so war dies nicht von Erfolg gekrönt.

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    So, das waren erstmal die bekannten Inquisitoren aus der DoW-Reihe. Ich habe noch Infos aus Space Marine 1, Battlefleet Gothic, Chaos Gate, Eisenhorn:Xenos und natürlich Darktide.

  • Das passt doch jetzt ganz gut, um mit den verschiedenen Philosophien einzusteigen.

    Wie schon gesagt, gibt es Puritaner und Radikale als grundlegende Unterscheidung. Dabei sind Puritaner die, die eher den allgemeinen Wertvorstellungen des Imperiums teilen und eher das vertreten, was auch die meisten anderen Autoritäten für richtig halten. Puritaner werden also eher nicht mit Außerirdischen zusammenarbeiten, eher keine vom Chaos berührten Artefakte einsetzen und Mutanten eher feindlich gegenüber stehen.

    Radikale sind eben das Gegenteil. Sie arbeiten mit zwielichtigen Gestalten zusammen, verwenden Dämonenwaffen, erschaffen Dämonenwirte und beschäftigen Psioniker oder Xenossöldner. Radikale laufen natürlich Gefahr,dass andere institutionen oder andere Inquisitoren sie als Feinde des Imperiums ansehen und als Verräter einstufen. Trotzdem heiligt der Zweck die Mittel für einen radikalen Inquisitor.

    Es gibt zwischen radikal und puritanisch einen großen Graubereich. Manche Inquisitoren arbeiten mit bestimmten Xenos zusammen oder benutzen bestimmte Artefakte, die sie noch für vertretbar halten. Grundsätzlich ist der Weg in die Radikalität ein sich entwickelnder Prozess. Junge ambitionierte und vielleicht auch noch etwas naive Inquisitoren sind oft eher Puritaner. Die glauben noch an die Überlegenheit der Menschheit und daran, dass Regeln wichtig und das Imperium stark ist. Je mehr ein Inquisitor in seiner Karriere erlebt und je mehr Schrecken er gesehen hat, desto eher ist er bereit, alle notwendigen Mittel einzusetzen, um die Menschheit vor den Bedrohungen zu retten.

    Die Philosophien gehen aber noch über die Unterscheidung in puritanisch und radikal hinaus. Das sind eher Denkrichtungen, wie man vorgehen sollte und was der richtige Weg ist.

    Bevor der Post zu lang wird, mach ich hier noch schnell die Monodominanz als extremste Form und hebe den Rest für später auf.

    Monodominatoren glauben, dass die Menschheit den Alleinvertretungsanspruch im ganzen Universum hat. Alles was dem entgegensteht muss beseitigt werden. Monodominatoren gibt es in allen Ordos, sie sind teilweise auch gegen alle möglichen Gefahren gleichzeitig unterwegs. Extreme Monodominatoren halten alles, was vom Normalen abweicht, für vernichtenswert. Mutation, Hexerei, Xenosumtriebe usw. sind Grund genug, Menschen zu verbrennen. Selbst für den Fortbestand des Imperiums notwendige Psioniker wie z.B. Navigatoren oder Astropathen, werden als Feinde der Menschheit eingestuft. Monodominatoren sind oft in der Öffentlichkeit tätig, tragen schwere verzierte Rüstungen, um die Macht des Imperiums zu repräsentieren, und stacheln regelrechte Hexenjagden und Massenhysterien an. Das Gefolge von Monodominatoren besteht dementsprechend oft aus fanatischen Zeloten, gläubigen Militärs, Arco-Flagellanten u.ä. Sie zwingen auch oft loyale Truppen in ihren Dienst und vernichten ganze Bevölkerungen oder Planeten, wenn sie sie für unrein halten.

    Alles in allem sind Monodominatoren ziemlich faschistische und fanatische Zeitgenossen, für die es nur schwarz und weiß gibt und jeder, der etwas anderes auch nur denkt, ist ihr Feind.

  • Ich habe so ein wenig das Gefühl, dass Sebi und meine Wenigkeit mit den Beiträgen wie ein Reißverschluss ineinander greifen, weil der nächste Inquisitor definitiv zur Reihe der Radikalen gehört:

    Inquisitor Drogan - Ordo Xenos

    Inquisitor_0.png

    Drogan zählt sehr wahrscheinlich zu den Xanthites; eine Reihe von Imperialen, welche die Ansicht vertreten, dass Chaos nicht zerstört, sondern lediglich bezwungen und kontrolliert werden kann. Nach einer langjährigen Gefangenschaft unter Xenos hatte er es sich zur Aufgabe gemacht die außerirdischen Mächte des Weltalls zu vernichten und schreckt nicht davor zurück die Kräfte des Warps für seine Zwecke zu nutzen.

    Auf der Fabrikwelt Graia hatte er sein Labor eingerichtet, um mit Warp-Energie zu experimentieren. Leider wird dieser Planet von einem Ork-Waaaaagh heimgesucht und ist Schauplatz von Space Marine 1.

    Wenn man Drogan antrifft, steht er allein dar und die Tatsache, dass sein Labor von automatisieren Verteidigungsanlagen bewacht wird lässt vermuten, dass er nur wenig Acolythen mit sich führt und es bevorzugt seine Arbeit in Isolation umzusetzen. Trotzdem ist er nicht ungewillt mit Space Marines oder anderweitigen Kräften des Imperiums zu kollaborieren. Ohne große Widerworte erklärt er die Tragweite seines Warp Experiments und auch wenn er den Schutz seiner Arbeit als höchste Priorität anpreist, folgt er den taktischen Anweisungen Captain Titus' von den Ultramarines.

    -An dieser Stelle noch einmal ein Vermerk, dass jetzt heftig gespoilert wird. Wer noch SM1 spielen will, sei vorgewarnt-

    Spoiler anzeigen

    Es ist nicht ganz eindeutig in wie weit die Vorgeschehnisse von Space Marine 1 in seine Pläne eingewirkt haben. Während seiner Experimente wurde Inquisitor Drogan in Wahrheit von einem Dämon besessen und hatte danach darauf hingearbeitet ein Warp-Portal zu öffnen, damit Chaos Space Marines Graia in Besitz nehmen können. Ob die Ork Invasion und anschließende Abwehr tatsächlich geplant war oder nur ein günstiger Zeitpunkt ist unklar. Ebenso auch, ob seine psionischen Fähigkeiten seine Eigenen waren, oder die des Dämons.

    Fakt ist, seine Ambitionen hatten Sinn ergeben, sowohl für einen Loyalen Xanthite, wie auch einem besessenem Häretiker.

  • Ich denke auch, dass unsere Beiträge sich gut ergänzen. Also mach ich doch gleich mit ein paar Philosophien weiter:

    Als Gegenstück zu den Monodominatoren könnte man die Xanthiten nennen. Diese berufen sich auf einen radikalen Inquisitor namens Xanthus, der M32 die Idee als erstes verwirklicht hat. Xanthiten wollen das Chaos verwenden, um das Chaos zu bekämpfen. Sie erforschen Chaos-Artefakte und -texte, wenden Warprituale an, binden Dämonen in Waffen oder in Wirte und rekrutieren Mutanten, Psioniker und Kultanhänger. Die meisten Xanthiten sind im Ordo Malleus, aber das ist nicht ausschließlich.

    Xanthiten sind immer an der Grenze zum Verrat und zur Exkommunikation, weil ihre Praktiken offiziell verboten und von anderen Inquisitoren und institutionen nicht akzeptiert werden. Deshalb arbeiten sie meist im Verborgenen. Der ständige Kontakt zum Chaos korrumpiert auch den Körper und Geist, so dass Xanthiten selbst irgendwann wir Chaosanbeter aussehen. Selbst sehr willensstarke Inquisitoren werden irgendwann vom Chaos übermannt und zu den Gegnern des Imperiums, die sie eigentlich bekämpfen wollen.

    Weiter geht es mit dem Thorianismus. Thorianer sind dem puritanischen Spektrum zuzuordnen. Sie beziehen sich auf Sebastian Thor, den Ekklessiarchen, der das Imperium nach dem Zeitalter der Apostasie wieder vereint und reformiert hat. Die Thorianer glauben, dass der Imperator durch bestimmte Individuen direkt wirkt. Sebastian Thor ist eines dieser Individuen. Thorianische Inquisitoren versuchen, diese Individuen zu finden und erforschen Möglichkeiten die Macht des Imperators auf diese zu übertragen. Im besten Fall würde sich ein menschliches Gefäß finden, in dem der Imperator dauerhaft wiederbelebt werden kann. Thorianer forschen im Bereich Wiederbelebung, Warp usw. Es gibt sie in verschiedenen Ordos, z.B. auch im Ordo Xenos, wo Seelensteine der Eldar Forschungsgebiet sein können. Je nachdem, wie fanatisch Thorianer ihre Ziele verfolgen, können sie in Konflikte mit anderen auch loyalen Institutionen kommen. Z.B. könnten sie ihnen geeignet erscheinende Personen entführen, an Space Marine Gensaat forschen oder esoterische Experimente durchführen. Sie können exotische Forscher in ihr Gefolge aufnehmen oder auch mächtige Individuen, um sie zu testen.

    Eine radikale Abart des Thorianismus ist der Horusianismus. Horusianer beschäftigen sich, wie der Name schon sagt, mit Horus. Sie glauben, das Horus kurz davor stand, das Chaos zu beherrschen und sich Untertan zu machen. Sie suchen deswegen eine Möglichkeit es ihm gleichzutun bzw. Horus wiederzubeleben. Sie wollen sozusagen ein Gefäß für das Chaos finden, um dieses dann zu beherrschen. Sie beschäftigen sich mit ähnlichen Praktiken wie die Thorianer, wenn auch mit stärkerem Bezug zum Chaos. Sie werden gemeinhin als gefährlich eingestuft. Die meisten anderen Inquisitoren halten es für eine schlechte Idee, den größten Feind des Imperiums wiederzubeleben.

    Horusianer gibt es tatsächlich schon länger als Thorianer, obwohl die Überlebungen ähnlich sind. Die Idee einer Wiederbelebung entweder des Imperators oder von Horus gab es bereits bei der Gründung der Inquisition. Bei den Puritanern ist diese Idee aber bis zum Auftauchen von Sebastian Thor verworfen worden und wurde als heretisch betrachtet. Die Horusianer als Radikale verfolgten die Idee aber stets weiter und auch Xanthus der Namensgeber des Xanthismus war vermutlich zuerst Horusianer. Horusianismus ist eine sehr alte Philosophie, die nicht tot zu kriegen ist.


    Fortsetzung folgt...

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    Ich habe so ein wenig das Gefühl, dass Sebi und meine Wenigkeit mit den Beiträgen wie ein Reißverschluss ineinander greifen,

    Ich denke auch, dass unsere Beiträge sich gut ergänzen.

    Ich jedenfalls habe eine Riesenfreude daran, mitzulesen wie ihr euch so wunderbar ergänzt mit euren Beiträgen! Das ist wirklich großartig, ich feiere diesen Thread gerade jeden Tag, wenn ich nach der Arbeit reinschaue :D

  • Neue Woche, neue Inquisitoren. Machen wir weiter mit dem 2. Inquisitor, der in Space Marine 1 auftritt.

    Inquisitor Gerome Thrax - Ordo Malleus

    Thrax.jpg

    Thrax erscheint erst zum Ende der Kampagne von Space Marine 1 und obwohl seine Auftritt extrem kurz ist, verrät das Spiel doch recht viel von ihm.

    -Spoiler-

    Spoiler anzeigen

    Nachdem Captain Titus den Chaos Lord Nemeroth bezwungen und die Chaos Invasion von Graia aufgehalten hatte, wurde er nicht mit den gebührenden Lorbeeren begrüßt, sondern mit Misstrauen. Leandros, ein noch recht frischer Space Marine unter dem Kommando von Titus war zuversichtlich, dass der Captain von Chaos korrumpiert wurde und kontaktierte ohne zu zögern Inquisitor Thrax.

    Dieser hatte nur sehr wenig Überzeugungskraft benötigt, dass mit Captian Titus etwas nicht stimmt und sofort angeordert, dass er sich ihm zum Verhör unterwirft. Verweigerung hätte zur Folge das alle loyalen Elemente, die mit Titus in Kontakt waren sofort der Korruption beschuldigt und in Gewahrsam genommen werden würde.

    Thrax ist ein Inquisitor, der in seinen Überzeugungen nicht schwankt und sich durch solche Dinge, wie Preisungen an den Imperator oder gar Heldentaten in seinem Namen beirren lässt. Für ihn ist jeder verdächtig von Chaos bemächtigt zu werden; unabhängig, wie deren Intention auf den ersten Blick zu liegen scheinen.

    Der Inquisitor versteht es, dass Chaos sicht nicht immer im Enklang ist und sehr gerne unter dem Deckmantel der menschlichen Konflikte seine eigenen Zwiste abhandelt. Chaos spielt auf Zeit und kann es sehr gut verkraften eine Invasion zu opfern, wenn die Saat der Korruption an einem unscheinbaren Ort neu gesetzt werden kann.


    Wie die Inquisitoren vor ihm hat auch Gerome Thrax einen sehr hohen Einfluss.

    Obwohl der Kontakt mit Chaos sehr kurz war, wurde von ihm die gesamte Fabrikwelt von Graia unter Quarantäne gesetzt zur Aufklärung. Außerdem hatte er, bei seinem Auftreten eine kleine Gruppe von Black Templar als Eskorte. Das ist ironisch, wenn man bedenkt, dass die Templar der Inquisition mit Misstrauen entgegen treten. (Anmerkung - sehr wahrscheinlich war dies ein Fehler seitens der Entwickler. Es blieb wohl keine Zeit für das Entwerfen von anderen Modellen für die Eskorte und so wurden Assets aus dem bereits fertigen Spiel verwendet.)

    Diese Verachtung trifft aber auch gegenteilig zu. Thrax ist nämlich ebenfalls kein Freund der Astartes. Als Student der langwierigen Geschichte des Imperiums sind für ihn Space Marines ein kritischer Schwachpunkt, den es so schnell, wie möglich zu tilgen gilt. Diese Information ist jedoch Bestandteil eines Beitrags aus White Dwarf 498, der als Fluff-Piece und Werbezweck für Space Marine 2 verfasst wurde.

    Hier wurde noch genauer beschrieben, wie er mit Titus während seiner Verhöre umging, wie sein Verhältnis zu Space Marines wirklich lautet und wie der Captain später in die Reihen der Deathwatch aufgenommen wurde.

    Die Verlinkung zu seinem Lexicanum Artikel.

  • Wenn ich mich recht erinnere hat Thrax seinen Ursprung im ersten Realm of Chaos Buch. Muss ich gleich heute Abend mal checken.