Zuletzt gesehen

  • Die Kinos sind wieder auf und es ist viel Nachholbedarf, deshalb wird anscheinend ein Film nach dem anderen rausgehauen. Im hier auch wieder ein bisschen Leben in die Bude zu bringen, fange ich mal an mit hoffentlich genügend spoilerfreien und natürlich vollkommen subjektive Mini-Rezensionen von den Filmen, die ich zuletzt gesehen habe. Den Start-Thread halte ich mal frei, falls auch andere sich zum schreiben befleißigt finden und damit man hier die Posts verlinken kann. Kommentare und (andere) Meinungen übrigens gern gesehen.


    Black Widow

    Fast and Furious 9

    Space Jam

  • Black Widow


    Naja, was soll ich sagen. Wenn man die ganze Avengers-Reihe verfolgt hat, macht es schon Sinn, den sich auch anzuschauen. Darüber hinaus nur bedingt, wenn man nicht eingefleischter Fan ist. Ich für meinen Teil mag Scarlett Johannsen und mag die Figur, und sei es nur dafür, meine eigenen Charaktere daran zu reflektieren - meine Leser wissen, wer gemeint ist.;)


    Den Ursprung von Black Widow zu beleuchten, hatte mich schon gereizt. Allerdings hatte ich mir eher erhofft, zu erfahren, wie sie an Nick Fury geraten ist - also die klassische Seitenwechsler-Story. Dem war leider nicht so. Der ausgebreitete "Familien"-Konflikt war zwar auch in Ordnung, aber dann für meinen Geschmack doch etwas zu flach und stellenweise, wenn man auf einen bestimmten Charakter schaut, zu albern. Ansonsten hatte ich den Eindruck, in einem klassischen Bond-Plot zu stecken, einschließlich des obligatorischen Superschurken mit seiner typischen Superschurken-Motivation in seiner Superschurken-Festung mit seinen Superschurken-Minions.


    Ansonsten ein solider, ausgesprochen frauenlastiger Action-Streifen. Wobei das Thema starke Frau mMn bei Wonder Woman gefühlt besser umgesetzt war, was vielleicht daran liegt, dass der auch eine Adoleszens-Geschichte war. Bei Black Widow prügeln sich halt einfach nur Frauen, und das teilweise sogar ohne dass ich überhaupt wusste, warum. Da beschleicht mich doch wieder der Gedanke, ob es nicht eher darum geht, einem weitgehend männlichen, teils (prä)pubertären Publikum sich prügelnde Mädels zu zeigen. Für mich weit-postpubertäres Mädel jedenfalls kein großer Wiederguckwert. Aber hat zumindest nett unterhalten.

  • Fast and Furious 9


    Ging es in der Reihe nicht mal um Autos, Fahrer, Tunig, Rennen und gelegentlich organisierte Kriminalität?


    Irgendwie ist da nicht mehr viel von übrigen geblieben. Wann ist die Truppe eigentlich in die Agentenschiene geraten? Das muss in einem Teil passiert sein, der bei mir so wenig Eindruck hinterlassen hat, dass ich ihn total vergessen habe. Der hier hat viel Potential, dass es ihn genauso ergeht.


    Dabei erwarte ich bei der Reihe keineswegs irgendeine anspruchsvolle oder einfallsreiche Handlung oder dass es mit den Gesetzen der Physik peinlichst genau genommen wird. Ich erwarte coole und ikonische Autos und coole Fahrmanöver und Stunts mit den Autos. Das wurde immerhin geliefert. Allerdings zu sehr. CGI tut der Reihe nicht gut. Früher bekam man Stunts zu sehen, die man mit den Autos auch wirklich machen konnte, unabhängig davon, dass das konkrete Fahrzeug dann in Wirklichkeit nicht mehr in der Lage gewesen wäre, weiterzufahren.

    Physik wird jetzt so komplett über den Haufen geworfen, dass man wohl so hirnlos sein muss wie die Truppe spätpubertärer Typen, die in der Reihe vor uns saß, durchgängig quasselte und ihren Sitzbereich am Ende mit Popcorn zugemüllt hatte, um das überhaupt noch annehmen zu können. Was da an Autostunts zu sehen war, war durch die Bank zu abgehoben, und das teilweise so wortwörtlich, dass James Bonds U-Boot-Lotus Esprit noch konservativ war. Und welche Autos war dann schon wieder egal. Dann brettert man eben mal mit nem Sportcoupé durch den Dschungel. Wenn nicht mal mehr eine Rolle spielt, was ein bestimmtes Auto kann, oder eben auch nicht, was soll das ganze dann noch.

    In der Story ging es dann neben dem Hauptplot, den zu verfolgen man so schnell wie möglich abschalten und ihn nur noch durchrauschen lassen sollte, noch, wie schon öfters, um Familienkonflikte, was zumindest meiner bescheidenen Meinung nach auch ganz ohne die Hilfs-Bond-Story eine guten Geschichte hätte tragen können.


    Alles in allem ein Trauerspiel. Die einzigen beiden Highlights für mich waren einmal der leider viel zu kurze Kurzauftritt des aktuellen Honda NSX, dem die Modellverwandschaft zu unserer Blauen Japanischen Rennbergziege im Gesicht (und am Heck) abzulesen ist, und zum anderen die Schlussszene


  • Ich warte noch auf Dune und den Bond. Der Rest juckt mich nicht.

    Das ganze Marvell Zeugs ist mir irgendwann zu abgedreht gewesen und Fast & Furios kann ich nur das Video empfehlen, dass bringt meine Meinung dazu seit den letzten 6 Filmen auf den Punkt.

  • Black Widow gönne ich mir am Wochenende im Kino, dann sehen wir mal ... Generell finde ich den Marvel-Kram großartig, ich finde, die steigern sich zwar nicht unbedingt bei jedem Film, aber irgendwann setzen sie immer nochmal einen drauf. Und das Gesamtprojekt als solches ist schon irre - das hat so noch niemand vorher getan und das muss erst einmal jemand nachmachen.


    Dazu die Vernetzung mit den Serien, und dass die auch jedes Mal noch eine andere Facette und einen leicht anderen Blick aufs Universum hinzufügen - das ist schon große Klasse.


    F&F fand ich anfangs unter- und mittlerweile überschätzt. Spätestens seit dieser Agentenkram rund um The Rock dazukam, wurde es mir zu doof, und die Stunts wanderten von beeindruckend über übertrieben hin zu lächerlich. Aber gutes Popcorn-Kino ist es allemal, allerdings reicht mir da definitiv der Streaming-Release ...

  • Dune steht auch noch auf meiner Liste (natürlich, was sonst). Der Trailer machte schon mal eine sehr soliden Eindruck. Die Besetzung von Paul scheint nach den ersten flüchtigen Eindrücken sehr zu passen. Dabei war ich, als der Trailer kam, von ich weiß nicht mehr was grade noch so abgelenkt, dass ich zuerst nur irgendwas generisch-SciFi-Mäßiges wahrgenommen hab, ehe ich geschaltet hab.

  • Space Jam

    Bevor ich in den Film gegangen bin, hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, was der letzte eigentlich war, um meine Erwartungshaltung an den neuen zurechtzurücken. Den Originalfilm würde ich als als unterhaltsame Promo-Veranstaltung der NBA in Kooperation mit Warner Brothers bezeichnen. Die Handlung war simpel, um nicht zu sagen oberflächlich, der Humor ganz auf die Looney Tune zugeschnitten. Und mehr brauchte es nicht.


    Der neue Film ist eine einzige Eigenwerbung für Warner Brothers. Und wo hat das eigentlich noch was mit Space zu tun?


    Die Story verschmilzt dabei die Idee des originalen Tron mit dem Handlungsrahmen des Originalfilms. Die Looney Tunes-Welt existiert nicht mehr als eine Art von Paralleldimension, sondern irgendwo auf den Servern von Warner Brothers. Das mag der Realität zwar ziemlich nahe kommen, nimmt dem ganzen aber vollständig den Zauber. Der Antagonist ist dementsprechend eine überdrehte KI mit Keiner-würdigt-meine-Arbeit-Komplex, zu der Don Cheadle als Darsteller irgendwie nicht passen will.

    Die bekannte Spielt-Basketball-um-eure-Haut-zu-Retten-Handlung wird verknüpft mit den Themen gefährliche, durch unsere Endgeräte fast allmächtige KI, Vater-Sohn-Erwartungskonflikt plus Sohn-Antagonisten-Beziehung, analoger Sport versus digitale Spiele, klassische Toons versus 3D-Animation und hab Spaß mit dem was du tust - und will damit eindeutig zu viel. Zumindest das ganz junge Publikum holt man mit so vielen Handlungsebenen nicht ab, wie die Raktionen der Kiddies im Kinosaal ziemlich klar zeigten. Und mir als reife Persönlichkeit ist das ganze zu überfrachtet.


    Auf das ältere Publikum scheinen die vielfältigen Filmanspielungen, auch auf den Originalfilm, abzuzielen - Stichwort WB-Eigenwerbung. Aber selbst wenn da wirklich originell auch der eine oder andere alte Klassiker (Spiel nochmal unser Lied, Yosemite Sam) zu Ehren kommt, ist die Hauptbotschaft unübersehbar "Guckt, wir haben DC!", ergänzt durch subtile Erinnerungen, dass auch Matrix ein Sequel kriegt.


    Insgesamt scheint mir der Film mit seinem zu hohen Anspruch an sich selbst an seinem Zielpublikum vorbeizurennen. Der altbekannte Luney Tunes-Slapstik zündet nicht, von den Kiddies war kaum ein Lacher zu hören, die Anspielungen waren zu plakativ, das konnte Ready Player One besser, und mit der Vater-Sohn-Geschicht konnten weder die Großen, noch die Kleinen aus unterschiedlichen Gründen was anfangen. Wer also nicht grade schon immer sehen wollte, wie die Loones Tunes in moderner Animationsoptik aussehen - und auch das wird wieder reviediert - kann sich diesen Film eigentlich sparen.



    Und eine Bemerkung zum Schluss: Im ganzen Film war tatsächlich nur ein einziger weißer Mann zu sehen, in Gestalt der einen Hälfte des Kommenatorenduos. Als ich meinen Mann auf diese Beobachtung angesprochen habe, sagte er: Ist mir garnicht aufgefallen.