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    Wie viele Zuschauer mögen den wohl noch, oder überhaupt, als Teil der Reihe auf dem Schirm haben?

    Ich, tatsächlich ... ich fand ihn damals aber ziemlich schwach, und ich bin alles andere als unglücklich darüber, dass Mark Ruffalo dann Edward Norton ersetzt hat. Allerdings hatte ich auch nicht mehr auf dem Schirm, dass er wirklich NACH Iron Man ins Kino kam, ich hätte gewettet - und falsch gelegen - dass er vorher erschien.

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    Schon wieder etwas länger her, dabei waren wir in der Zwischenzeit doch das ein oder andere Mal im Kino und ich hatte mir fest vorgenommen, wieder zu schreiben. Mindestens seit wir nach Weihnachten mit unserer Nicht in Zoomania 2 waren (schön). Danach kamen u.a. Shelter (Jason Statham macht Jason-Statham-Sachen) und Mandalorian und Baby-Joda (Star Wars halt. Wenn man vor Hutten steht, sollte man mit einer Falltür mit Monstergrube drunter rechnen.)

    Masters of the Universe

    Jetzt habe ich eine 40jährige Bildungslücke geschlossen. Da wir seinerzeit nämlich kein Privatfernsehen hatten, bin ich nämlich damals mit He-Man praktisch garnicht und später nur sporadisch in Berührung gekommen. Entsprechend erwartungsfrei konnte ich in den neuen Film gehen. Das einzige, was ich vorab schon mitbekommen hatte, war, dass er sich selbst wohl nicht sonderlich ernst nimmt. Was, wenn man sich das ganze Franchise vor Augen führt, eigentlich ein passender Zugang ist. Allerdings, das vorab, kippte die Balance der Selbstironie gefühlt etwas zu oft in Richtung Parodie. Deshalb weiß ich auch nicht so recht, wer hier die Zielgruppe sein sollte. Die Kiddies von heute werden den Humor nicht so wirklich auffassen. Die Fans von damals könnten sich unter Umständen genervt bis vor den Kopf gestoßen fühlen. Zumindest könnte ich es mir bei unserem Setting hier vorsstellen, das ja mindestens genauso viel Absurdität enthält, dass Fans es übel aufstoßen könnte, wenn das Thema eher lax behandelt wird. Und da schließe ich einfach mal von einem Fandom auf das andere.

    Alles in allem hab ich mich aber, von meiner niedrigen Erwartungshaltung kommend, gut unterhalten lassen.

    Star Wars + Avengers + Avatar = Eternia

    Optisch macht das ganze einiges her, Landschaften, Raumschiffe, Luftkämpfe, alle sehr schön und Stimmungsvoll, aber auch alles irgendwie Star Wars und Avengers und ein bisschen Avatar. Enternia hätte auch Asgard und Pandora sein können. Wenn Skeletor aus seinem Shuttle aussteigt könnte man eine beliebige Ankunft Darth Vaders wohl deckungsgleich darüberlegen. Am Ende wird er von He-Man mit bloßen Fäusten traktiert und herumgeschleudert, dass ich mich schon zurückhalten musste, um nicht laut "Mickriger Gott" zu sagen. Und wenn dann ein leerer Schädel liegen bleibt, hatte ich schon fast gehofft, der sagt noch irgendwans. Denn dann hätten wir einen wirklich böse aussehenden Türstopper.

    Der Wiedererkennungswert indessen ist so groß, dass er sogar bei mir ankommt. Immerhin hatte ich das Spielzeug früher hin und wieder mal in der Werbung und im Laden gesehen. Die Kostüme waren vermutlich detaillierter, als es die Actionfiguren und Comics je waren und wirkten innerhalb des Setting trotz der teilweise Absurdität durchaus glaubwürdig. Mir hat's jedenfalls gefallen.

    Handlung: Ein zehnjähriger spielt mit seinen Actionfiguren und hat sich dafür eine Story von ChatGPT schreiben lassen.

    Zur Handlung hatt ich überlegt, Spoiler setzte, aber ganz ehrlich, dass lohnt nicht. Der Plot ist so generisch, dass er (mal wieder), ein Musterbeispiel des klassichen Hollywood-Helden-Handlungsbogens, dass man die einzelnen Abschnitte praktisch mittimen kann. Keine Überraschungen. Heldenauffindung, Heldenkrise, Heldenbesinnung, Heldenscheinniederlage, Heldenerkenntnis, Heldensieg, Happy End. Nimmt man die Inszenierung dazu, bekommt man den Gesamteindruck: Ein zehnjähriger spielt mit seinen Actionfiguren und hat sich dafür eine Story von ChatGPT schreiben lassen. Oder hat Starlight Express umerzählt. Wenn Adam von der Zauberin die ultimative Erkenntis erhält, was es mit seiner Kraft auf sich hat, kann man schon fast I am the Starlight im Hintergrund mitlaufen lassen.

    Wie blöd können Helden (und Schurken) sein?

    Die Charaktere und ihre Agieren schrammen dabei allerdings allzuhäufig am nervigen bis idiotischen.

    Es macht ja schon irgendwie Sinn, dass man den, der später der über sich hinauswachsende Held werden soll, am Anfang etwas tiefer stapeln lässt. Aber die Naivität und Tollpatschigkeit, mit der Adam sich auf der Erde bewegt (Wenn man aus einer anderen Welt kommt, erzählt man natürlich seinem Date seine wahre Lebensgeschichte) grenzt schon an geistige Umnachtung. Teela ist damit praktisch auf die Rolle des genervten Sidekicks festgelegt, vor allem wenn dann später noch ihr Ziehvater dazukommt. Zumindest bleibt die sonst obligatorische Romanze (ja, den Schuh zieh ich mir auch an ;)) uns diesmal erspart, auch wenn von männlicher Zeit eindeutige Anzeichen kommen (hätte man auch lassen einfach können).

    Eigentlich hätte der Film auch schon nach den ersten zehn Minuten vorbei sein können. Da stellen Skeletor und seinen Horde die königliche Familie, kreisen den König ein, lassen aber die Königin und den Prinzen ungehindert laufe, und zwar genau zu dem, was Skeletor haben will, zum Schwert. Was? Von Scar bis Baron Harkonnen wusste jeder Schurke, dass man nicht nur den Vater, sondern auch den Sohn erledingen muss. Bei denen scheiterte es nur an den Handlangern.

    Dann liegt das Schwert bei einer Prügelei minutenlang unbeachtet rum, aber nicht dass irgendeiner von den Handlanger das, was ihr oberster Boss haben will, einfach mal aufhebt und damit abhaut, während ihr Truppführer von He-Man verdroschen wird. Nein, die stehen alle brav und gucken zu.

    Bei seiner ersten Konfrontation mit Skeletor haut He-Man dann daneben, worauf sein Vater unter Wandtrümmern begraben wird. Das hätte ihn zumindest ein Stück weit wieder zurückwerfen müssen, immerhin war das wieder die eigene Ungeschicklichkeit, mit der er die ganze Zeit hadert. Aber nö, rührselige Abschiedszene und einfach weitermachen.

    Sicher gibt's noch mehr Beispiele, die ich einfach hab an mir vorbei rauschen lassen.

    Etwas enttäuscht war ich dann am Ende auch von Skeletor (tolle Maske, ich glaub, das war nur punktuell SCI-unterstützt). Erst blickte sowas von einem interessanten Schurken mit Allüren, aber auch tieferliegender Motivation durch (super gespielt von Jared Leto). Und am Ende haut er raus "Ich bin einfach nur der Böse". Warum???

    Metaebene verpasst

    Und dann war da noch, was mir als Literat wohl eher auffällt, als anderen. Der Film hätte fast eine Metaebene gehabt. Die Ansätz dazu liegen teilweise wortwörtlich rum, werden einem vor die Füße geschmissen und dann liegen gelassen.

    Adams Zimmer auf der Erde ist zutapeziert mit Zeichnungen von Eternia und seinen Helden. Die Superhelden-Namen für sie hat er sich ausgedacht - und seinen eigenen auch, den er erst ganz am Schluss auf Drängen seiner Freunde nennt und der dann im allgemeinen Einvernehmen auch gleich ironisiert wird. Adam ist der Nerd, der kleine Junge, der sich mit den Comichelden umgibt und so letzlich auch der Geschichtenerzähler. Wie meta wäre es, wenn er mit all den wirklich guten Zeichnungen z.B. einen Webcomic betreiben würde. He-Man erfindet sich selbst, so wie die Kids mit den Figuren ihn erfinden.

    Im finalen Duell zwingt Skeletor Adam Visionen seines Erdenlebens auf, um ihn zu demoralisieren. Einen kurze Zeit wirkte das so, als könnte man hier sogar in Frage stellen, ob die ganze Eternia-Sache nicht doch nur ein Traum, bzw. ein sich verlieren des Erzählers in seinen eigenen Geschichten ist, bzw. ob Skeletor Adam das glauben machen will (wir wissen ja, dass es echt ist). Genau so etwas gab es schon bei Deep Space Nine, und es hat funktioniert. Hier hätte es noch besser gepasst. Der Erzähler lässt sich seine Geschichte von Eternia nicht vom Schurken aus der Hand nehmen, auch ein bisschen wie in der Unendlichen Geschichte, der Erzähler bestimmt, was passiert. Aber das wäre wohl zu hoch gewesen. Es bleibt auf der oberflächlichen, charakterpsychologischen Ebene. Sehr schade.

    Zumindest eine andere Referenz auf der Metaebene ist komplett durchgezogen.

    Spoiler anzeigen

    Im Gym trifft Adam auf Dolph Lundgren (nicht namentlich genannt), dessen erste Kinorolle bekanntermaßen der He-Man im Film von 1987 war. Anders als etwa beim A-Team, wo Faceman Bradley Cooper auf Drik Benedict trifft, bleibt es hier nicht bei einem folgenlosen Wortwechsel, sondern Adam greift die "Weißheit" des alten Mannes später wieder auf.

    Fazit?

    Warum komme ich trotz alldem dann auf ein positives Fazit? Zum einen, wie gesagt, der Film war schön anzuschauen, erzählerische leichte Kost, gewollte oder auch nicht gewollte Anspielungen und Referenzen, die einen zumindest schmunzeln lassen. Der opulente Soundtrack klang so nach Queen, einfach passend für ein 80er-Revival (Ok, Brain May war ja auch beteilgt.), inklusive des Queen-Songs "Princes of the Universe", der ja eigentlich aus dem Highlander-Soundtrack stammt. Genug, um in einem klimatisierten Kinosaal einen 30°C-Abend zu verbringen.

    Zum anderen - und ich weiß, das ist etwas arrogant - schaue ich mir immer wieder gernen an, wie andere Fanatsy-Geschichten erzählen, selbst wenn ich nur daraus mitnehme, wie man besser nicht macht. Der Erkenntnisgewinn hinterlässt halt ein gutes Gefühl.

    Und schließlich hab ich noch was mitgenommen: die Zauberin entspricht so ziemlich dem, wie ich mir Faolchu vorstelle, die mein Korsaren-Kapitän/Autarch Asturrian Otesh/Novas als Schutzgottheit angenommen hat, in der humanoiden Form wohl noch mit Falkenkopf wie Horus (der ägyptische ;)), aber kommt schon sehr nah ran.

  • Masters of the Universe haben wir uns auch angesehen. Hatte allerdings vollkommen vergessen das diese Thread hier existiert und nur in einem anderen Forum meine Meinung kundgetan.


    Der ausführliche Beschreibung von Mondschatten gibt es eigentlich wenig hinzuzufügen.

    Ich kannte die Figuren als ich jung war, hab vielleicht ein halbes Dutzend Episoden halb gesehen und den Dolph Film unter „sehr schlechte Adaptionen“ abgehakt. (Masters war übrigens nicht Lundgrens erster Film. Das war A View to a Kill. Da konnte man ihn aber leicht übersehen. Bei Rocky IV war er dann Prominent im Vordergrund)

    Insgesamt würde ich sagen ich kannte das Franchise sehr Oberflächlich, aber doch besser als z.B. Guardian of the Galaxy. An diese Filme hab ich mich am meisten erinnert gefühlt während ich im Kino saß. Der Unterhaltungswert lag auf dem gleichen Niveau. Er wird sicher nicht den Weg in meine heimische DVD Sammlung finden, aber ich habe das Geld und die Zeit im Kino nicht bereut.


    Klar hatte der Plot Löcher wie ein Schweizer Käse und gerade der auf der Erde spielende Teil war doch sehr ‘cringy’ aber da das schnell vorüber war hat es nicht weiter gestört. Jared Leto, von dem ich nun wirklich kein Fan bin, hatte sichtlich Spaß an seiner Rolle und auch der Rest der Besetzung hat geliefert was von ihnen verlangt wurde.


    Bei dem zu erwarteten Einspielergebnis befürchte ich es wird so schnell keine weitere Filme im Masters Universum geben. Auch wenn ein Mid Credit Szene das gerne suggerieren wollte.


    Mein Fazit: wer sich an die Figuren aus der Jugend / Kindheit erinnert wird sicher seinen Spaß haben.

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    (Masters war übrigens nicht Lundgrens erster Film. Das war A View to a Kill.

    Stimmt. Hab ich auch falsch ausgedrückt, hatte eigentlich Hauptrolle im Hinterkopf.

    Apropos Bond: Wie oft hätte Skeletor in der Story eigentlich die Gelegenheit gehabt, Adam zu töten? Und welchen Grund hatte er eigentlich, das nicht zu tun? Wie fast jeder Bond-Schurke. Klar, dass ist dieser Grundschulniveau-Plot. Bis zur finalen Konfrontation ist das Schlimmste, was dem Helden passieren darf, verprügelt und eingesperrt zu werden. Aber ich bemühe mich dann wenigstens, dieser Vorgehensweise des Antagonisten (den Helden nicht sofort zu töten, wenn er die Gelegenheit hat) irgendeinen nachvollziehbaren handlungsinternen Grund zu geben.

    Klar hatte der Plot Löcher wie ein Schweizer Käse und gerade der auf der Erde spielende Teil war doch sehr ‘cringy’ aber da das schnell vorüber war hat es nicht weiter gestört.

    Da war ich tatsächlich mit mir am hadern, was ich von dieser Nerdansammlung in dem Comicladen halten sollte. Aber letztendlich, wer sich den Film anschaut, kennt das Klischee. Wir wissen alle, dass es solche Typen gibt. Wer aber glaubt, dass das Klischee der breiten Mehrheit entspricht, schaut sich diesen Film wahrscheinlich eh nicht an.

    Etwas befremdlich fand ich, wie die ganzen Leute mit ihren Smartphones um das Raumschiff im Park rumstanden. Hatte sofort Star Trek IV im Hinterkopf. Gut, da landen sie nachts mit einem getarnten Bird of Prey, aber die beiden Müllmänner ergreifen die Flucht, wenn das unsichtbare Raumschiff seinen Luke öffent. Andererseits, nach zehn plus Jahren Avangers und in der Zeit von Social Media würde diese Reaktion sogar für realistisch halten. Zumal ja (zunächstmal) - anscheinend einfach nur normale Menschen da einsteigen. Darüber, wie Teela auf die Idee kommt, ihre Karre in aller Öffentlichkeit zu parken, reden wir erstmal nicht. :D

  • Es wurde ja auch nicht geklärt wie sie jetzt die Reise machen konnte (und nicht früher) oder wie es der Widersacher dorthin schaffte.


    Es ist, wie die meisten Marvel Filme, halt so ein Kandidat wo man am besten sein Gehirn ausschaltet wenn der Vorhang aufgeht und einfach Spaß hat 😎

  • Masters of the Universe haben wir uns auch angesehen.

    Ist das denn inhaltlich eher eine neu Verfilmung des alten HeMans mit Dolph? oder hat man hier eher ein neues Drehbuch im selben Universum?

    Ist schon was her als ich den Original Masters of the Univers gesehen hatte und auch die Cartoons... aber so richtig ernst nahm sich das glaube ich noch nie.

  • Naja, wenn man es genau nimmt war der Film mit Dolph eigentlich nicht im Masters Universum. Abgesehen davon das ein paar Namen für die Charaktere von den Actionfiguren übernommen wurden, hatte dieser Film nix gemein mit dem Hintergrund.


    Der neue Film hat (zum Glück) eine andere Story und ist komplett in den Original Hintergrund eingebettet.

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    Super Girl

    Nach 1969 mit John Wayne (dt. Titel "Der Marshall") und 2010 mit Jeff Bridges gibt es jetzt eine weitere Verfilmung des Westernromans True Grit - oder sagen wir eher: eine Adaption. Denn diesmal ist es kein Western, aber über den Plot von Super Girl ist damit alles gesagt (was bitte nicht als abwertung verstanden werden soll, s.u.).

    Die Figurenkonstellation und Konfliktlage machte es schnell eindeutig: Leicht depressive, versoffene (Anti-)Helding, diesmal weiblich, aber ansonsten ziemlich ähnlich; junges Mädchen auf Rachefeldzug gegen den Mörder ihrer Familie (nicht nur der Vater); Kopfgeldjäger (hier ohne offizielles Amt), der sich - mehr oder weniger - anschließt. Während des Handlungsverlauf hab ich dann nur auf den Moment gewartet, wenn das Mädchen von der Verbrecherbande entführt wird, um abschließend sagen zu können: jo, True Grit.

    Wie damals hat auch hier die Heldin zunächst kein Intresse, das Angebot des Mädchens anzunehmen, sondern braucht eine eigene Motivation, um aktiv zu werden. Die hat mein Mann ganz treffend als "John Wick light" bezeichnet: Ihr hab meinem Hund wehgetan.

    Das ganze entwickelt sich dann in einem stimmungvolle-dystopischen und genreüblich visiell bombastischem Mix-Setting aus Star Wars und Mad Max, untermalt von einem abwechslungsreichen Soundtrack von 80er-Retro bis Hard Rock.

    Das zentrale Thema der Heldin wird schon ziemlich früh definiert - was ist Heimat? - und auch (vorläufig beantwortet): Heimat ist da, wo ihr Hund ist. Jedenfalls nicht da, wo ihr Cousin Superman ist, also auf der Erde, weswegen sie wohl auch in einem Raumschiff-Trailer-wohnt. Der Hintergrund wird dann in regelmäßigen Rückblenden, die die Handlung unterbrechen, ausgeleuchtet.

    Dabei fiel mir das opulente Art-Deco-Design von Crypton auf. Keine Ahnung, ob das beabsichtigt war, aber während Supermans Metropolis ja im wesentlichen New York ist, sieht Crypton hier aus wie das ursprüngliche Metropolis aus dem gleichnamigen Film von Fritz lang, der ja quasi der Urvater aller Sience Fiction-Monumentalfilme.

    Darüber hinaus fallen noch die einen oder anderen Handlungs-Ungereimtheiten auf. Warum wird in der Rest-Crypton-Insel, die unter einem Energieschild im All driftet, anscheinend jeder cryptonidkrank, außer Kara? Welche Rolle erfüllt eigentlich Lobo, außer da zu sein, etwas Humor beizutragen und wie das fünfte Mitglied von Kiss auszusehen?

    Ein Detail, dass mich speziell abgeholt hat, war der Umgang mit Sprache. Man hört ein scheinbar voll ausgearbeitete Cryptonisch, das wie einie Mischung aus Slawisch und Sindarin klingt, sowie diverse fast unartikulierbare Alien-Spachen, die mal der eine, mal der andere Charakter zumindest versteht, teilweise auch sprechen kann. Das gebrochene Was auch immer die galaktische Standardsprache ist, dass von mehreren Nebencharakteren gesprochen wird, am hingegen auf anhieb vertraut vor. Woran das wohl liegen mag?:D

    Vorab hatte ich von meinem Mann mitbekommen, dass es wohl Kritik über zu viel "Wokeness" geben sollte - von wem auch immer. Jedenfalls hatten wir am Ende keine Ahnung, wo da irgendein Problem sein soll (wenn man das denn als Problem auffassen will). Protagonistin weiblich - ok. Aber ist halt Super Girl! Name ist Programm. Keine Genderswitch-Figurenentfredung oder soetwas. Es sein denn, jemandem ist tatsächlich die Plotähnlichkeit mit True Grit aufgefallen und stört sich daran, dass der trunken-depressive US-Marshall jetzt eine trunken-depressive Superheldin ist. Sidekick weiblich, ja, aber das war, wie oben erwähnt, schon bei der (zufälligen?) Storyvorlage so. Das einzige, was vielleicht ein bisschen aufgezwungen wirkte, war die betont rein weibliche Piratenbande, die den interstellaren Überlandbus ausraubt. Aber wer sich daran stört... X/

    Nochmal zum Thema Plot-Adaption. Mich hat das leicht überrascht, aber durchaus gefallen. Man könnte natürlich auch sagen: Handlung geklaut. Aber gelungene Überführungen von Storylines von einem Genre ins andere mag ich sehr (hab es ja bei Ad Bestias selbst auch gemacht), vor allem bei eher genrefremden Plots oder klassischen Plots, die das breite Publikum vielleicht garnicht kennt.

    Also in sofern, keine Ahnung ob das eine gute Supergirl-Verilmung im Sinne der Comicvorlage war. Aber alles in allem war der Film schon unterhaltend. Nicht mehr und nicht weniger.

  • Den wollte ich eigentlich auch im Kino sehen aber wir haben es nicht geschafft eine zeitlich genehme OV mit unseren Kalendern in Einklang zu bringen.

    Vielen Dank für die, wie immer bei dir, ausführliche Kritik. Ich werde ihn mir dann auf jeden Fall zu Gemüte führen wenn er im Streaming ankommt.

    Sobald das der Fall ist werde ich dann auch hier meine Ausführungen posten.