Beiträge von Mondschatten

    Der Weltenwanderer nahm sein Ziel wieder ins Visier, erhöhte die Vergrößerung, bis er nur noch das Gesicht der Drukhari im Blickfeld hatte. Ihre Lippen bewegten sich, sie schien dem jungen Ranger etwas zu erzählen. Die grünen Augen leuchteten tückisch. Die kreisrunde Markierung in der Linse des Zielfernrohrs lag genau darüber auf ihrer blassen Stirn. Firondhirs rechte Hand umfasste den Griff des Gewehrs, der Zeigefinger lag auf dem Abzug. Einer Bewegung durfte es nicht, der Gedanke genügte, um den Schuss zu lösen. Aber er konnte ihn nicht fasse. Etwas blockierte seinen Verstand. War sie es? Nein, das wäre ihm nicht entgangen. Er legte erneut an, atmete aus, hielt den Atem an. Alles außer dem Ziel verschwand aus seinem Geist. Doch wieder gelang es ihm nicht, den Schuss abzugeben. Er hielt weiter an, immer weiter, bis das Gewehr zu schwanken begann und ihm die Luft ausging. Sein Herz schlug bis zum Hals, er musste mehrere Male tief durchatmen. Seine Hände waren feucht. Das Ziel war unbekümmert weitergegangen und hatte nun schon fasst den Ausgang des Hohlweges erreicht.


    Firondhir richtete sich auf. Er hatte den Fehler erkannt. Das Ethos der Weltenwanderer war der saubere Schuss, ungesehen. Das Ziel erfuhr niemals, wer es getroffen hatte. Er hatte es versucht, wie es seine Gewohnheit war. Aber es war nicht das, was er wollte. Er wollte, dass sie ihn sah, bevor er schoss. Das Gewehr fest in der linken Hand, eilte er den Hang hinunter. Anathúriel und Ydrir hatten eben den Rand des Weihers erreicht, als Firondhir ihnen entgegentrat.


    Anathúriels Gesicht hellte sich vor Erleichterung und Freude auf, als den Weltenwandere auf sie zukam. Wie gerne wäre sie ihm um den Hals gefallen, doch ihr war klar, dass nach allem, was geschehen war, sie behutsamer vorgehen musste. Sie reichte Ydrir ihren Stab und tat einen Schritt auf ihn zu. Firondhir hob das Jagdgewehr und zielt auf ihre Brust. Überrascht bleib sie stehen.


    „Firondhir, was tust du!“ entfuhr es Ydrir voll Bestürzung.


    Firondhir antwortete nicht. Er wartete auf eine Reaktion von Anathúriel, irgendetwas, das ihn erkennen ließ, dass jetzt der Zeitpunkt war, abzudrücken. Er hatte erwartet, dass sie sich mit irgendwelchen Lügen zu erklären versuchte, dass sie versuchte, seinen Geist zu beeinflussen. Doch sie tat nichts. Sie stand nur da und sah ihn an, nicht angsterfüllt, sondern bekümmert.


    Stattdessen handelte Ydrir und stellte sich zwischen die beiden, direkt in seine Schussbahn.


    „Firondhir, es ist nicht so wie du denkst. Alles, was geschehen ist, hat seine Richtigkeit“, versuchte er den Weltenwanderer zu beschwichtigen.


    „Sie hat dich immer noch in ihrem Bann“, entgegnete er hitzig. „Merkst du das nicht? Du willst doch ein Geisterseher sein.“


    „Ich sehe es ganz klar, Firondhir. Sie ist das, was sie immer war. Sie ist die, wegen der wir hier sind. Sie hat uns nie getäuscht, keinen von uns, in nichts. Ohne sie wären wir nicht einmal lebend auf das Schiff gelangt.“


    „Geh aus dem Weg, du Narr!“ herrschte Firondhir ihn an. Doch auch wenn seine tief verletztes Inneres sich immer noch dagegen wehrte, begann sein Verstand nun zu zweifeln, ob er wirklich im Recht war.


    „Nein“, widersprach Ydrir ruhig. „Tu, was du denkst, tun zu müssen.“


    Jetzt fand auch Anathúriel die Sprache wieder. Sie legte dem jungen Ranger die Hand auf die Schulter und schritt an ihm vorbei. „Ydrir, bitte tritt zur Seite. Ich will nicht, dass dir etwas zustößt. Firondhir, er sagt die Wahrheit. Bitte verzeih mir. Lass mich zu dir kommen, ich werde dir alles erklären. Und dann entscheide, was du tun willst.“ Sie streckte dem Weltenwanderer die Hand entgegen.


    Tief in seinem Innersten wünschte Firondhir, ihr glauben zu können, nur einen Wimpernschlag lang. Dann gewann der Zorn wieder die Oberhand. Das war der Moment, auf den er gewartet hatte. Und wenn dieses dumme Kind nicht aus dem Weg gehen wollte, sei es drum. Sein Finger legte sich auf den Abzug.


    Mit Wucht stieß ihn etwas zur Seite, griff nach der Waffe und riss den Lauf nach oben. Das Gewehr fiel ihm aus der Hand, als er mit seinem Angreifer zu Boden ging. Er machte sich los und kam wieder auf die Füße. Margil brauchte einige Augenblicke länger. Blindwütig nutzte Firondhir die Gelegenheit und warf sich auf ihn. Die beiden stolperten zum Ufer des Weihers und landeten schließlich miteinander ringend im seichten Wasser. Margil erwies sich einmal mehr als der bessere Nahkämpfern. Mit geübten Griffen gelang es ihm, den Tobenden bei den Armen zu packen und ihn auf die Knie zu drücken.


    „Besinne dich, Firondhir“, sagte er in gebieterischem Ton. „Wir haben einen Auftrag zu erfüllen. Du bist Zar Asuryan verpflichtet, und Illurayon.“


    Doch Firondhir dachte nicht daran. Er wand sich in seinem Griff. Dass Margils linker Arm verletzt war, hatte er bei aller Wut nicht vergessen und richtete allen Widerstand gegen diese Schwachstelle. Margil bemerkte es. Er biss die Zähne zusammen und hielt dagegen. Einen Augenblick erwog er, sein Messer zu ziehen, um Firondhir zur Aufgabe zu zwingen. Aber dafür hätte er ausgerechnet mit dem rechten Arm loslassen müssen. Und ob Firondhir sich in seiner Tollheit davon beindrucken ließ, war eine andere Frage. Bis zum letzten wollte Margil nicht gehen.


    Doch nun waren Anathúriel und Ydrir bei ihnen. Der junge Ranger sprang Margil zur Seite und packte den linken Arm ihres Gefährten, während Margil den rechten festhielt. Anathúriel umfasste das Gesicht des so festgehaltenen mit beiden Händen und drückte ihre Handflächen gegen seine Schläfen. Diesmal war es schwieriger. Der Weltenwanderer sträubte sich heftig, warf den Kopf zur Seite, um sich ihrem Griff zu entwinden und versuchte, seinen Geist zu verschließen. Anathúriel fühlte ein leichtes Spannen in ihrer Schläfe. Schließlich fand sie einen Zugang. Keine Schwäche in seiner Abwehr, sondern ein winziger Funke des Zutrauens, der bereit war, sich ihr noch einmal zu öffnen. Ihr? Sie war sich nicht sicher, doch es erschien ihr, als ob da noch etwas anderes war. Eine Art Echo, sie wusste nicht, woher, auf das sein Unterbewusstsein reagierte und sie einließ.


    Firondhir gab den Widerstand auf. Einen Moment noch hielt Anathúriel ihn fest, dann hatte sie ihm alles gezeigt und alles gesehen, was er zu zeigen bereit war. Sie trat einen Schritt zurück. Firondhir atmete ruhig und tief. Margil und Ydrir ließen ihn los und traten zurück. Schwerfällig richtete der Weltenwanderer sich auf. Er sah Anathúriel an. Sein Gesicht war nicht mehr zornig, aber finster, traurig und verschlossen. Anathúriel fühlte sich elend und hilflos. Nichts hätte auch nur annähernd ihre Scham und ihr Bedauern ausdrücken können. Erst jetzt hatte sie vollends erkannt, wie tief sie ihn verletzt hatte. Sie wünschte sich nichts sehnlicher, als dass er etwas sagte, dass er Verständnis hatte für alles, was sie getan hatte, und dass er ihr verzieh. Aber nichts geschah. Schweigend standen sie sich gegenüber.


    Währenddessen wanderte Ydrirs Blick nervös hin und her. Irgendetwas ließ ihn zunehmend unruhiger werden. Plötzlich ergriff ihn Panik.


    „Aus dem Wasser heraus!“ schrie er. „Aus dem Wasser! Lauft! Zwischen die Felsen!“


    Im nächsten Augenblick bäumte sich der Kratersee in einer gewaltigen Fontäne auf.


    Space Jam

    Bevor ich in den Film gegangen bin, hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, was der letzte eigentlich war, um meine Erwartungshaltung an den neuen zurechtzurücken. Den Originalfilm würde ich als als unterhaltsame Promo-Veranstaltung der NBA in Kooperation mit Warner Brothers bezeichnen. Die Handlung war simpel, um nicht zu sagen oberflächlich, der Humor ganz auf die Looney Tune zugeschnitten. Und mehr brauchte es nicht.


    Der neue Film ist eine einzige Eigenwerbung für Warner Brothers. Und wo hat das eigentlich noch was mit Space zu tun?


    Die Story verschmilzt dabei die Idee des originalen Tron mit dem Handlungsrahmen des Originalfilms. Die Looney Tunes-Welt existiert nicht mehr als eine Art von Paralleldimension, sondern irgendwo auf den Servern von Warner Brothers. Das mag der Realität zwar ziemlich nahe kommen, nimmt dem ganzen aber vollständig den Zauber. Der Antagonist ist dementsprechend eine überdrehte KI mit Keiner-würdigt-meine-Arbeit-Komplex, zu der Don Cheadle als Darsteller irgendwie nicht passen will.

    Die bekannte Spielt-Basketball-um-eure-Haut-zu-Retten-Handlung wird verknüpft mit den Themen gefährliche, durch unsere Endgeräte fast allmächtige KI, Vater-Sohn-Erwartungskonflikt plus Sohn-Antagonisten-Beziehung, analoger Sport versus digitale Spiele, klassische Toons versus 3D-Animation und hab Spaß mit dem was du tust - und will damit eindeutig zu viel. Zumindest das ganz junge Publikum holt man mit so vielen Handlungsebenen nicht ab, wie die Raktionen der Kiddies im Kinosaal ziemlich klar zeigten. Und mir als reife Persönlichkeit ist das ganze zu überfrachtet.


    Auf das ältere Publikum scheinen die vielfältigen Filmanspielungen, auch auf den Originalfilm, abzuzielen - Stichwort WB-Eigenwerbung. Aber selbst wenn da wirklich originell auch der eine oder andere alte Klassiker (Spiel nochmal unser Lied, Yosemite Sam) zu Ehren kommt, ist die Hauptbotschaft unübersehbar "Guckt, wir haben DC!", ergänzt durch subtile Erinnerungen, dass auch Matrix ein Sequel kriegt.


    Insgesamt scheint mir der Film mit seinem zu hohen Anspruch an sich selbst an seinem Zielpublikum vorbeizurennen. Der altbekannte Luney Tunes-Slapstik zündet nicht, von den Kiddies war kaum ein Lacher zu hören, die Anspielungen waren zu plakativ, das konnte Ready Player One besser, und mit der Vater-Sohn-Geschicht konnten weder die Großen, noch die Kleinen aus unterschiedlichen Gründen was anfangen. Wer also nicht grade schon immer sehen wollte, wie die Loones Tunes in moderner Animationsoptik aussehen - und auch das wird wieder reviediert - kann sich diesen Film eigentlich sparen.



    Und eine Bemerkung zum Schluss: Im ganzen Film war tatsächlich nur ein einziger weißer Mann zu sehen, in Gestalt der einen Hälfte des Kommenatorenduos. Als ich meinen Mann auf diese Beobachtung angesprochen habe, sagte er: Ist mir garnicht aufgefallen.

    Ist dann doch deutlich mehr geworden, als nur die grünen Akzente. Die Cockpitscheibe hab ich immer noch nicht gefunden, aber ich hab eine von den Harlequinen, dann bekommt deren Gerät eben die Halbscheiben-Variante.



    Die Base musste ich zum Trocknene vom Crimson Hunter ausleihen. Und wie man sieht, fehlt noch die komplette Bewaffnung, alle Optionen magentisiert und austauschbar. Auch wenn ich zweifele, das meine Flieger jemals überhaupt in den Kampfeinsatz kommen.


    PS: Einen Namen für meinen Senior-Archon hab ich jetzt auch erarbeitet, siehe hier.

    Könnte es sein, dass die Gründe für den harten Rundumschlag von GW im Markenrecht begründet liegen? Was Trademarks usw. angeht, sind sie dazu verdammt, Plagiate anzufechten, damit sie die eingetragenen Marken nicht verlieren. Dies würde passieren, wenn sie jemanden, der mit seinen GW-bezogenen Animationen Geld verdient, einfach machen lassen würden. (LEGO steckt ja seit dem Auslaufen seines Legostein-Patents in einer solchen Zwickmühle, da das Steindesign nicht mehr geschützt werden kann, muss die Marke LEGO verteidigt werden, um die damit verbundenen Produkte halbwegs zu schützen).

    Wenn GW gegen unlizensierte Animationen vorgeht, muss das nicht unbedingt alleine deswegen sein, weil sie verhindern wollen, dass andere mit GW-Produkten reich werden (was natürlich ein weiterer Motivationsmotor sein dürfte), sondern einfach weil sie, bei ausbleibender Verteidigungsaktivität ihre Mareknschutzrechte verlieren würden. Klar fällt Software unter das Urheberrecht, aber in den Animationen werden eben die eingetragenen Marken von GW verwendet. Ich habe jetzt gerade kein GW-Buch zur Hand, aber da sind, soweit ich mich erinnere, immer die Trademarks genannt, die dahinter stehen.

    Das ist sicher auch richtig. Unter diesem Aspekt leuchtet mir die Unterscheidung zwischen Videos und Büchern (im weitesten Sinne, man kann seinen Geschichten ja auch selbst Einsprechen und als Audioformat verbreiten) wiederum nicht so recht ein. Zumal Geschichten schneller produziert und veröffentlicht sind, als Animationsfilme, vor allem wenn sie über den Umfang kurzer Werbeclips hinausgehen sollen.

    Für die Bereiche, die mich betreffen, finde ich die Relegungen fair. Immerhin hätte GW das Recht, jede Tätigkeit in diese Richtung komplett zu untersagen. Dass das dämlich und letztendlich kontraproduktiv wäre, wissen die sicherlich selber.

    Wenn es um Animationen geht, ist es natürlich logisch, dass sie in diesem Bereich jetzt verdienen wollen. Ich tue mich dabei allerdings tatsächlich schwer, den Unterschied zwischen Animationsfilmen, Belletristik und Artworks auszumachen. Zumindest bei Unterhaltungsliteratur hat GW ja auch seine eigene Sparte, und ich könnte mir vorstellen, dass sehr viel mehr fangeschriebene Alternativen zu Black-Library-Romanen kursieren, als fangemachte Animationsfilme, die Warhammer+ das Wasser abgraben könnten (werden die Fanfiction-Geschichten sicherlich auch nicht).

    Auf dem Kamm angekommen blieb der Weltenwanderer wie angewurzelt stehen. Vier Schattenbarken, die Rümpfe schwarz glänzend gepanzert und vor Dornen und Klingen starrend, schwebten knapp über dem Boden und versperrten ihm den Weg. Auf den ausgefalteten Segeln und aufragenden Bannern prangte das Zeichen des grünen Sichelmondes. Die Krieger und Bordschützen richteten ihre Waffen auf ihn. Margil verharrte reglos und ließ die Arme leicht vom Körper abstehend hängen, um zu zeigen, dass er unbewaffnet und nicht auf einen Kampf aus war.


    „Ich beglückwünsche dich, IstuKarun.“ Der blonde Archon erschien an die Reling der Barke links von ihm. „Du warst der erste von euch, der seinen Jäger zur Beute gemacht hat.“


    „Ich hoffe, die Vorstellung war zu Euer Hochwohlgeboren Zufriedenheit“, entgegnete Margil spöttisch. In Gedanken fragte er sich, was die Worte des Drukhari für seine Gefährten bedeuten mochten.


    Quisar lachte. „Das werden wir noch sehen. Dies war erst der erste Akt.“


    Die Schattenbarken schwenkten zur Seite. Die hohen, konkaven Bordwände bildeten einen dornengesäumten Korridor. Zielstrebig, ohne den lachenden Drukhari weitere Beachtung zu schenken, eilte Margil den Pfad entlang. Er wollte dem selbstgefälligen Prinzen und seiner Entourage nicht noch mehr Befriedigung verschaffen, indem er Besorgnis zeigte. Der vorgegebene Weg führte ohnehin genau dorthin, wo er hinwollte, und dass der Archon dort eine weitere, wahrscheinlich noch tödlichere Herausforderung für sie bereithielt, stand auch außer Frage. Aber als erstes musste er sich um etwas anderes kümmern.



    Firondhir nahm kaum etwas von seiner Umgebung wahr. Alles war in einen schwarzen Nebel gehüllt, der jedes Gefühl und jede Wahrnehmung erstickte. Er kniete am kahlen Ufer des Weihers und starrte mit gesenktem Kopf auf das Wasser. Welche Farbe es hatte, drang nicht zu ihm durch. Er sah nur das träge, sich endlos wiederholende Auf und Nieder, ohne Sinn und ohne Ziel. Die Kabalenkrieger hatten ihn hier abgesetzt und er war einfach an Ort und Stelle geblieben. Was immer da kommen mochte, ob es ihn hier traf oder anderswo, es spielte keine Rolle.


    Er hätte es besser wissen müssen. Eine Drukhari! Falsch und hinterhältig wie alle ihres verdorbenen, verlorenen Volkes. Wie hatte er ihr nur vertrauen können? Er kannte die Antwort: Sein Wunsch, etwas zu finden, was die tiefe Wunde, die in seine Seele gerissen worden war, wieder heilte. Er war sich sicher gewesen, es gefunden zu haben. So sicher wie nichts anderes in seinem bisherigen Leben. In Wahrheit hatte sie seine Verletzung ausgenutzt und er war ihrem niederträchtigen Zauber erlegen. Er hatte sich täuschen lassen, weil er es selbst so wollte.


    Nun zahlte er den Preis. Es blieb nichts als Lehre und Finsternis. Er hatte es verdient. Margil und Ydrir nicht. Margil hatte versucht, ihn zu warnen. Er hatte nicht auf ihn hören wollen. Durch sein fehlgeleitetes Vertrauen in die Drukhari hatte er sie mit in Verderben gezogen. Die Tragweite seines Versagens für Zar Asuryan konnte er nicht einmal ermessen. Und Illurayon war umsonst gestorben. Blieb noch etwas anderes, als ihm zu folgen? Firondhirs Geist verfinsterte sich zu tiefster Schwärze. Ja, eines blieb noch zu tun. Sie war hier. Er hatte sie gespürt, als sie ihre Psikräfe nach ihnen ausgestreckt hatte. Und er würde sie nicht davonkommen lassen.


    Er erhob sich. Ein schmaler Streifen trockenen Bodens fasste den See ein, ehe der Kraterrand sich als steiler, spärlich bewachsener Hang gegen den fahlen Himmel reckte. Die niedrige, eingesunkene Böschung am jenseitigen Ufer war ihm schon während des Anflugs aufgefallen. Das Echo ihres Geistes deutet in diese Richtung. Wenn sie hier war, musste sie durch diesen Durchlass zu ihm kommen. Dort wollte er sie sie erwarten.


    Firondhir umrundete das Gewässer. Am Ziel angekommen, studierte er die Umgebung. An der rechten Flanke des Durchgangs bildeten die eckigen Basaltbruchstücke eine unregelmäßige Treppe. Er erklomm die eingefallene Felswand und sucht zwischen den grauen Steinen nach einer passenden Position, verborgen, aber mit Blick über den Hohlweg. Rasch wurde er fündig. Er legte sein Futteral auf einem flachen Stein ab und wickelte sorgsam das zusammengeschobene Jagdgewehr aus. Mit routinierten Handbewegungen zog er die Waffe zu voller Länge aus und befestigte das Zielfernrohr. Die Stelle bot keinen Platz, um sich für den Schuss hinzulegen, doch Knien sollte genügen. Die Entfernung war nicht groß und er musste weder rasch fliehen noch Entdeckung vermeiden. Der Weltenwanderer nahm seine Position ein. Prüfend legte er das Gewehr an. Durch das Zielfernrohr schauend, ließ er seinen Blick durch den Hohlweg zwischen den beiden Kratern schweifen. Nichts verdeckte die Schussbahn. Dann setzte er das Gewehr wieder ab, verharrte im Knien, und wartete.



    Margil stolperte den steilen Abhang des Kraters hinunter. Der Bewuchs war hier weniger dicht, dafür der Fels loser. Immer wieder brachen große Stücke unter seinen Füßen heraus und rutschten talwärts. Auf halber Höhe, so dass er sicher sein konnte, die Drukhari nicht mehr unmittelbar im Rücken zu haben, hielt er inne. Mit einer Bewegung der flachen Hand schob er die Zieloptik seines Helmkragens über das rechte Auge. Aufmerksam suchte er den Kessel ab. Die Wasserfläche erstreckte sich fast bis zu den Kraterrändern und kräuselte sich nur wenig. Die spärlichen Schilfbüschel, die am flachen, felsigen Ufer genug Grund fanden, um zu wurzeln, wiegten leicht im Wind. Die Landschaft schien in angespannter Ruhe zu liegen.


    Mit einem Gedankenimpuls änderte Margil die Brennweite der blauen Kristalllinse. Das Sichtfeld verkleinerte sich, das Bild rückte näher heran. Auch aus der Nähe war nichts zu sehen. Hier und da große, rot oder blau glänzende Libellen zwischen den Stängeln. Seltsamerweise keine Vögel, weder ihm Schilf noch auf dem Wasser. Auch von Firondhir, Anathúriel oder Ydrir war keine Spur zu sehen. Margil ließ die Zieloptik wieder einfahren und ließ seinen Blick noch einmal über den Krater schweifen. Er dachte kurz nach. Wenn Firondhir tatsächlich das vorhatte, was er befürchtete, gab es hier nur eine Stelle, wo er ihn finden würde – weil er selbst sie genauso wählen würde. Eilig setzte er seinen Abstieg fort.



    Firondhir hatte nicht lange warten müssen. Das Echo auf dem Geröll knirschender Schritte hallte zwischen den Felsbrocken wider. Eine ungewohnte Anspannung ergriff ihn. Woher sie kam, konnte er sich nicht erklären. Schließlich hatte er schon dutzenden Male einem Ziel aufgelauert. Warum sollte es jetzt anders sein? Er nahm das Jagdgewehr in Anschlage und senkte das rechte Auge ans Zielfernrohr. Er ließ den Blick durch den Hohlweg wandern.


    Dann sah er sie. Bei jeder ihrer fließenden Bewegungen glänzten die schwarzen Platten ihres Anzugs in der schräg einfallenden Sonne und brachen das Licht an den Kanten und Wölbungen in grün und orange, so wie es die Rüstungen der Kabalenkrieger taten. Sie schritt bedachtsam voran, wandte den Kopf nach links und rechts, als würde sie etwas suchen. In der Hand hielt sie einen langen Stab aus Schilfrohr.


    Firondhir konnte ihre falschen Gesichtszüge erkennen, wie aus bleichen Knochen geschnitzt. Die Maske hatte sie abgelegt, als könne sie sich dadurch ihrer Schandtat entledigen wie ein Aspektkrieger, der seinen Helm ablegt – doch dies stand einer Drukhari nicht zu. Aber noch etwas war anders. Ihre Haare. Die maßlos langen Flechten waren verschwunden. Wie willkürlich abgeschnitten, hingen ihr Strähnen verschiedener Länge vom Scheitel. Die obszöne, purpurrote Farbe war beinahe ganz verschwunden, nur noch Rest an den Enden. Stattdessen schimmerte ihr Haupt in einem warmen, satten Kastanienbraun. Firondhir legte seinen Finger an den Abzug.


    Anathúriel schaute zurück. Hinter ihr, am Rande des Sichtfeldes bewegte sich ein Schatten. Firondhir schwenkte das Gewehr leicht in die Richtung und verringerte die Vergrößerung, um ein weiteres Blickfeld zu haben. Über die Bodenwelle am Scheitelpunkt des Durchlasses kam eine zweite Person herauf. Anathúriel drehte sich um und lief die wenigen Schritte zurück. Sie reichte der Gestalt eine Hand. Es war Ydrir. Er ergriff ihren Arm und sie half ihm hinüber. Dann setzten sie Seite an Seite ihren Weg fort.


    Dieses leichtgläubige Kind ließ sich immer noch von ihr zum Narren halten. Dabei gebärdete er sich die ganze Zeit wie ein Seher, und hatte es auch noch geschafft, seinen Gefährten das Glauben zu machen. Inzwischen wusste Firondhir es besser. Und Ydrir würde seinen Irrtum auch in Kürze erkennen.

    Wobei ich sagen muss, dass ich den vorher auch noch nicht gehört habe. Das war eine spontane Analogiebildung mit Lila als Farbe der Feminismusbewegung. Ob die aktuell und auch international in Gebrauch ist, weiß ich garnicht.

    Dune steht auch noch auf meiner Liste (natürlich, was sonst). Der Trailer machte schon mal eine sehr soliden Eindruck. Die Besetzung von Paul scheint nach den ersten flüchtigen Eindrücken sehr zu passen. Dabei war ich, als der Trailer kam, von ich weiß nicht mehr was grade noch so abgelenkt, dass ich zuerst nur irgendwas generisch-SciFi-Mäßiges wahrgenommen hab, ehe ich geschaltet hab.

    Eine der Klingen drang in die breite Brust des Tieres ein, die andere in den linken Oberschenkel. Der Vogel kreischte wütend, strauchelte und knickte mit der linken Seite kurze ein, richtete sich aber sofort wieder auf. Die Wurfmesser hatten weniger Schaden angerichtet, als Margil gehofft hatte. Ein Teil des Schwungs war wohl durch das dichten Federkleid abgefangen worden. Das Tier schüttelte sich und stocherte mit dem Schnabel im Gefieder. Es gelang ihm, die Klingen herauszuziehen. Die Federn begann sich an den Trefferstellen nur langsam zu röten.


    Der Kopf des Vogels schnellte wieder nach vorne. Er starrte den Aeldari an und riss den Schnabel zu einem lauten, heiseren Kreischen auf. Der lange Federschopf auf seinem Scheitel stellte sich auf. Dann startete das Tier einen erneuten Angriff, leicht humpelnd, aber dafür umso wütender. Denn nun jagte es nicht mehr eine vermeintlich hilflose Beute, sondern bekämpfte einen wehrhaften Feind.


    Einige Sekunden erwog Margil, weitere Klingen loszulassen. Aber wenn die auch nur die gleiche Wirkung hatten wie die vorherigen, würden ihm die Messer ausgehen, bevor er den Rennvogel außer Gefecht gesetzt hatte. Ihm blieb nichts weiter, als erneut die Flucht zu ergreifen.


    Er hatte sich zu viel Zeit gelassen. Der Vogel holte ihn ein. Margil versuchte noch einmal, auszuweichen, doch das Tier versetzte ihm einen harten Tritt, der ihn an der Hüfte traf. Sich überschlagend wurde der Weltenwanderer meterweit durch das Gras geschleudert. Benommen kämpfte er darum, sich wieder aufzurichten. Sämtliche Knochen schmerzten von dem Aufprall, aber er konnte sich bewegen. Der dichte Bodenbewuchs und seine Rüstung hatten das schlimmste verhindert. Aber nun war sein Verfolger über ihm. Der Klauenfuß ging zu einem weiteren Tritt nieder.


    Margil rollte sich zur Seite und versucht, auf dem Rücken kriechend zurückzuweichen. Der Vogel wechselte seine Waffe und ließ den massiven Schabel wie einen Hammer auf den Aeldari niedersausen. Margil stieß sich weiter zurück und zog sie Beine an. Der Schnabel rammte in den Boden, wo eben noch seine Füße gewesen waren. Er wollte aufstehen, doch mit einem erneuten Satz war der Vogel wieder in Angriffsreichweite und holte erneut aus. In letzter Verzweiflung trat Margil mit dem rechten Bein aus und traf den Kopf des Vogels in dem Moment, in dem er herunterschnellte, an der Seite.


    Der Effekt war völlig unerwartet. Nicht nur schwang der Kopf wie ein Pendel weit zur Seite, der ganze Körper des Tieres kam ins Taumeln, so dass es sich durch Versetzen der Füße abfangen musste. Anscheinend war der Hals nicht dafür gemacht, Kräfte von der Seite abzufangen. Und der breite Schnabel war eine ideale Angriffsfläche dafür.


    Margil nutzte den Moment und löste den Verschluss, der das Waffenfutteral auf seinem Rücken hielt. Dem nächsten Zustoßen des Vogels ausweichend, rollte er sich zur Seite und nahm dabei das Bündel auf. Erneut zog das Tier den Hals zurück. Margil hockte sich auf den Boden und spannte seine Muskeln an. In dem Moment, in dem der Kopf niedersauste, schnellte er auf und hieb den Gewehrkolben mit aller Kraft gegen die rechte Seite des hohen Schnabels. Der Vogel kreischte und sackte mit seinem angeschlagenen linken Bein zu Boden.


    Keine Sekunde zögernd warf Margil sich mit vollem Gewicht auf den Hals des Tieres und drückte es vollends auf die Erde. Auf der Seite liegend trat es um sich, doch sein Widersacher war über den Hals auf seine Rückenseite geglitten und außer Reichweite. Das Tier kreischte und versuchte, den Kopf zu heben. Der Weltenwandere hielt mit aller Macht dagegen, ganz gleich wie heftig die Kreatur sich gegen den Griff seiner immer noch schmerzenden Glieder aufbäumte.


    Seine Rechnung ging auf. Ohne die Drehung des Halses war der Vogel nicht in der Lage, die Beine unter den Körper zu bekommen und aufzustehen. Vielleicht war es nur eine Frage der Zeit, bis das Tier so erschöpft war, dass es keine Gefahr mehr sein würde. Doch diese Zeit und die Kraft, es so lange festzuhalten, hatte Margil nicht. Darauf bedacht, in seinem Griff nicht nachzulassen, zog er sein langes Kampfmesser aus der Scheide am Oberschenkel, setzte die Spitze dem Vogel an die Kehle und stieß es mit einer ruckartigen Bewegung durch den Unterkiefer in den Schädel. Augenblicklich fiel der Kopf zu Boden. Das Tier lag still. Dunkelrotes Blut sickerte in den zerwühlten Grasteppich.


    Schwerfällig hockte der Weltenwandere sich auf die Knie. Jeder Atemzug schmerzte. Er hielt das leblose Haupt fest und löste sein Messer aus dem Schnabelknochen. Einen Moment betrachtete er andächtig die hellsilbern glänzende, leicht gebogene Klinge, von der das Blut des Vogels in dünnen Rinnsalen von selbst fast vollständig abfloss: die runenverzierte Ritualklinge eines Rächers Asuryans. All die Jahre hatte er sie bei sich gehabt, aber jetzt zum ersten Mal seit seiner Zeit als Aspektkrieger wieder gegen einen Feind gerichtet. Er wischte die Schneide mit einem Tuch sauber und verstaube beides wieder. Dann hob er das Futteral auf und untersuchte den Schaft des Jagdgewehres. Schäden waren auf den ersten Blick nicht zu erkennen, Phantomkristall war widerstandsfähig wie kaum ein Material. Auf die Zielgenauigkeit wollte er sich dennoch nicht mehr verlassen.


    Er schwang das Bündel wieder über den Rücken und richtete sich schwankend auf. Dann wandte er sich von dem erlegten Tier ab und eilte so schnell wie seine schmerzenden Beine es ihm erlaubten dem Kraterrand entgegen. Er erklomm die Böschung und arbeitet sich durch das Gestrüpp aus Dornenranken und Ginsterbüschen.


    Wie schon gesagt wurde, für in den Anfang recht schick. Die Farbkombination gefällt mir. An der Base könntest du noch etwas machen. Die Schneeflecken sind zu regelmäßig fast wie eine Perlenkette. An der einen oder anderen Stelle sollte noch etwas Schnee dazu, damit es unregelmäßiger wird.

    Fast and Furious 9


    Ging es in der Reihe nicht mal um Autos, Fahrer, Tunig, Rennen und gelegentlich organisierte Kriminalität?


    Irgendwie ist da nicht mehr viel von übrigen geblieben. Wann ist die Truppe eigentlich in die Agentenschiene geraten? Das muss in einem Teil passiert sein, der bei mir so wenig Eindruck hinterlassen hat, dass ich ihn total vergessen habe. Der hier hat viel Potential, dass es ihn genauso ergeht.


    Dabei erwarte ich bei der Reihe keineswegs irgendeine anspruchsvolle oder einfallsreiche Handlung oder dass es mit den Gesetzen der Physik peinlichst genau genommen wird. Ich erwarte coole und ikonische Autos und coole Fahrmanöver und Stunts mit den Autos. Das wurde immerhin geliefert. Allerdings zu sehr. CGI tut der Reihe nicht gut. Früher bekam man Stunts zu sehen, die man mit den Autos auch wirklich machen konnte, unabhängig davon, dass das konkrete Fahrzeug dann in Wirklichkeit nicht mehr in der Lage gewesen wäre, weiterzufahren.

    Physik wird jetzt so komplett über den Haufen geworfen, dass man wohl so hirnlos sein muss wie die Truppe spätpubertärer Typen, die in der Reihe vor uns saß, durchgängig quasselte und ihren Sitzbereich am Ende mit Popcorn zugemüllt hatte, um das überhaupt noch annehmen zu können. Was da an Autostunts zu sehen war, war durch die Bank zu abgehoben, und das teilweise so wortwörtlich, dass James Bonds U-Boot-Lotus Esprit noch konservativ war. Und welche Autos war dann schon wieder egal. Dann brettert man eben mal mit nem Sportcoupé durch den Dschungel. Wenn nicht mal mehr eine Rolle spielt, was ein bestimmtes Auto kann, oder eben auch nicht, was soll das ganze dann noch.

    In der Story ging es dann neben dem Hauptplot, den zu verfolgen man so schnell wie möglich abschalten und ihn nur noch durchrauschen lassen sollte, noch, wie schon öfters, um Familienkonflikte, was zumindest meiner bescheidenen Meinung nach auch ganz ohne die Hilfs-Bond-Story eine guten Geschichte hätte tragen können.


    Alles in allem ein Trauerspiel. Die einzigen beiden Highlights für mich waren einmal der leider viel zu kurze Kurzauftritt des aktuellen Honda NSX, dem die Modellverwandschaft zu unserer Blauen Japanischen Rennbergziege im Gesicht (und am Heck) abzulesen ist, und zum anderen die Schlussszene


    Black Widow


    Naja, was soll ich sagen. Wenn man die ganze Avengers-Reihe verfolgt hat, macht es schon Sinn, den sich auch anzuschauen. Darüber hinaus nur bedingt, wenn man nicht eingefleischter Fan ist. Ich für meinen Teil mag Scarlett Johannsen und mag die Figur, und sei es nur dafür, meine eigenen Charaktere daran zu reflektieren - meine Leser wissen, wer gemeint ist.;)


    Den Ursprung von Black Widow zu beleuchten, hatte mich schon gereizt. Allerdings hatte ich mir eher erhofft, zu erfahren, wie sie an Nick Fury geraten ist - also die klassische Seitenwechsler-Story. Dem war leider nicht so. Der ausgebreitete "Familien"-Konflikt war zwar auch in Ordnung, aber dann für meinen Geschmack doch etwas zu flach und stellenweise, wenn man auf einen bestimmten Charakter schaut, zu albern. Ansonsten hatte ich den Eindruck, in einem klassischen Bond-Plot zu stecken, einschließlich des obligatorischen Superschurken mit seiner typischen Superschurken-Motivation in seiner Superschurken-Festung mit seinen Superschurken-Minions.


    Ansonsten ein solider, ausgesprochen frauenlastiger Action-Streifen. Wobei das Thema starke Frau mMn bei Wonder Woman gefühlt besser umgesetzt war, was vielleicht daran liegt, dass der auch eine Adoleszens-Geschichte war. Bei Black Widow prügeln sich halt einfach nur Frauen, und das teilweise sogar ohne dass ich überhaupt wusste, warum. Da beschleicht mich doch wieder der Gedanke, ob es nicht eher darum geht, einem weitgehend männlichen, teils (prä)pubertären Publikum sich prügelnde Mädels zu zeigen. Für mich weit-postpubertäres Mädel jedenfalls kein großer Wiederguckwert. Aber hat zumindest nett unterhalten.

    Die Kinos sind wieder auf und es ist viel Nachholbedarf, deshalb wird anscheinend ein Film nach dem anderen rausgehauen. Im hier auch wieder ein bisschen Leben in die Bude zu bringen, fange ich mal an mit hoffentlich genügend spoilerfreien und natürlich vollkommen subjektive Mini-Rezensionen von den Filmen, die ich zuletzt gesehen habe. Den Start-Thread halte ich mal frei, falls auch andere sich zum schreiben befleißigt finden und damit man hier die Posts verlinken kann. Kommentare und (andere) Meinungen übrigens gern gesehen.


    Black Widow

    Fast and Furious 9

    Space Jam

    Da mein Ziel ja ein Austesten des Farbschemas war, dachte ich mir, mach das Foto, auch wenn die Base noch nicht trocken ist.



    Ich hab mich für die Bikes dann doch für das gleiche Farbschema entschieden, wie die Kabalenkrieger haben. Das war insofern ein Frage, als dass die Hyemshîn ja zu den Hagashîn-Kulten gehören. Das heitßt damit hab ich dann auch gleich festgelegt, dass ein assoziierter Kult die gleichen Rüstungen trägt wie die Kabale. Damit ist der zur Zeit namenlose Hagashîn-Kult jetzt sehr eng mit der Kabale verbunden - vermutlich auch familiär.


    Jedes Bike kriegt am Ende eine eigene farbige Gestaltung mit Ralleystreifen. Das male ich bewusst über die glanzlackierte und akzentuierte Haube. Wenn das dann unsauber aussieht, ist das gewollt. Die Jungs und Mädels habe wohl eher keine professionellen Karosserielackierer zur Hand.



    Und hier dann schon mal ein Ausblick auf das nächste Wochenziel.


    Kapitel XIII



    Margil richtete sich vom Boden auf und rieb sich den Hinterkopf. Aus irgendeinem Grund schienen die Wachen es für nötig gehalten zu haben, ihn niederzuschlagen, nachdem sie ihn hier abgesetzt und bevor sie ihm die Handfesseln abgenommen hatten. Als hätte er es allein mit zwei bewaffneten Kabalenkriegern aufnehmen können. Hätte er, mit Glück sogar erfolgreich, zumindest wenn sie nicht mit Gegenwehr gerechnet hätten. Aber anscheinend hatte er bereits einen bestechenden Eindruck bei den Drukhari hinterlassen.


    Er sucht die versteckten Innentaschen seines Mantels ab. Gut, seine Messer waren noch da. Das in seiner Stoffhülle eingeschlagene Jagdgewehr lag neben ihm. Margil hob es auf ein schnallte sich das Bündel wieder auf den Rücken. Was auch immer die Drukhari bewogen haben musste, ihm diese Waffe zu lassen. Wahrscheinlich, dass man sie im Nahkampf mit welchen Kreaturen auch immer allenfalls als Prügel benutzen konnte.


    Der Weltenwanderer stand inmitten einer fast kreisrunden Grasfläche. Die sattgrünen Halme und blassgrünen Blütenrispen reichten ihm bis zu den Schultern. Der Wind strich hindurch und trieb rauschende Wellen wie auf dem Ozean durch die Wiese. Der gräserne See war umgeben von steilen, mit dichtem Buschwerk bewachsenen Hängen. Margil rief sich die Geografie der Landschaft ins Gedächtnis, wie er sie von oben gesehen hatte, als die Drukhari sie auf einer Schattenbarke vom Schiff hierher heruntergebracht hatten: ein grünes Hügelland aus Wiesen und Wäldern und kleinen Flüssen, überragt von einzeln, niedrigen, kegelförmige Berge. Drei flache, runde Talkessel reihten sich in einem engen Bogen aneinander, wie in die Hügel eingestanzt. Er selbst befand sich im kleinsten, der etwas abseits lag. Im nördlichen Krater hatte er einen kleinen Teich, ausgedehnte Schilfflächen und vereinzelte Baumgruppen gesehen. Der mittlere und größte wurde fast vollständig von einem anscheinend flachen See mit schmalem Grassaum eingenommen. Die beiden Senken lagen so nah beieinander, dass nur ein flacher Erdwall sie trennte und dem verlandenden Teich den Wasserzufluss verwehrte. Auf einer Hügelkuppe oberhalb des größeren Sees waren ihm halb verfallene Säulen aus elfenbeinfarbenem Stein aufgefallen. Dies musste das Tor zum Netz sein.


    Margil war zuerst abgesetzt worden, allein. Er konnte nur vermuten, dass Firondhir und Ydrir sich in den anderen Kratern befanden. Wahrscheinlich hatte der Archon auch jedem von ihnen eines seiner Spielzeuge dazugesetzt. Was auch immer es hier war, es konnte nicht übermäßig groß sein, sonst hätte er es längst bemerkt. Hier gab es keine Deckung außer dem hohen Gras, und das konnte er überblicken.


    Der Weltenwanderer setzte sich in Bewegung, in Richtung des Kraterrandes, in Richtung des Tores. Er war sich sicher, dass die drei anderen das auch versuchten. So war ihre Flucht nicht geplant gewesen. Aber Anathúriels unerwarteter Auftritt im Frachtraum der Jacht konnte nur bedeuten, dass sie letztlich rechtbehalten hatte: aus eigener Kraft wären sie nicht bis hierher gekommen.


    Ein beunruhigender Gedanke schoss ihm in den Kopf. Er hatte ihre Absichten verstanden. Und Ydrir konnte in den Geist anderer blicken. Aber Firondhir? Von dem Moment an, in dem er Anathúriel neben Quisar erkannt hatte, war es, als wäre seine Seele zerbrochen. Man musste kein Seher sein, um zu ahnen, was in ihm vorging. Margil kannte ihn erst seit dieser Reise, aber er hatte bereits schmerzhaft erfahren, was passieren konnte, wenn er die Kontrolle über sich verlor. Und wenn er sich jetzt gerade nicht in einem gefühlsmäßigen Ausnahmezustand befand, wann dann? Entweder hatte er sich selbst bereits aufgegeben oder –


    Eine Auffälligkeit am Rande seines Blickfeldes erregte Margils Aufmerksamkeit. Etwas stimmte nicht mit der Bewegung des Grases. An einer Stelle nicht weit von ihm entfernt schien es stärker zu wogen als in der Umgebung, und ohne bestimmte Richtung, unabhängig vom Wind. Sofort ging der Weltenwanderer in die Hocke und tauchte in die Halme ein. Seine rechte Hand fuhr unter den Mantel und griff nach einer der versteckten Klingen.


    Ein riesiger Vogel schoss aus dem hohen Gras hervor. Er musste auf dem Boden gesessen haben, denn nun, da er stand, ragten die Grashalme ihm nur bis zur Brust. Das graubraune, fleckige Gefieder ähnelte eher einem zottigen Fell, die Flügel waren winzig. Auf dem kurzen, kräftigen Hals saß ein Kopf mit kleinen, gelben Augen und einem massiven Schnabel mit einer hakenartigen Spitze, hoch und schmal wie ein Axtblatt.


    Der Vogel legte rückartig seinen Kopf zur Seite, gab eine dumpfes schnarren von sich und starrte in Richtung des Weltenwanderers. Es war fast unmöglich, dass er ihn aus seiner erhöhten Position nicht gesehen hatte. Margil hielt das Tier im Blick und rührte sich nicht. Vielleicht reagierte es nur auf Bewegungen.


    Die Hoffnung zerschlug sich im nächsten Augenblick, als der Vogel zu einem gewaltigen Sprung ansetzte, um seine potenzielle Beute in den Boden zu stampfen. Margil erkannte seine Absicht und hechtet ihm entgegen. Grotesk mit den Stummelflügeln flatternd, setzte der Vogel über ihn hinweg. Die langen, klauenbewehrten Zehen gruben sich in die Erde. Der Vogel kreischte erbost und drehte sich umständlich auf der Stelle.


    Inzwischen war Margil aufgesprungen und losgerannte. Das Tier stand zwischen ihm und dem Übergang zum Nachbarkrater. Es zwang ihn, in die entgegengesetzte Richtung zu fliehen – doch zum Fliehen war in dem engen Kessel ohnehin wenig Raum. Und rasch musste er feststellen, dass er nicht weit kommen würde. Der Vogel jagte ihm hinterher. Und er war auf seinen zwei muskulösen Beinen deutlich schneller.


    Im letzten Moment, bevor sein Verfolger ihn erreichte, schlug Margil einen Haken. Zu seinem Glück war der Vogel nicht in der Lage, dem plötzlichen Richtungswechsle seiner Beute zu folgen. Er rannte noch ein gutes Stück weiter, bevor er in einem engen Bogen wieder auf den fliehenden Aeldari einschwenkte und neuen Ansturm begann.


    Margil sah den Vogel von der Seite näherkommen und änderte erneut die Richtung. Lange würde er das Tempo nicht durchhalten könne. Das hohe, dichte Gras tat sein Übriges und zehrte zusätzlich an seinen Kräften. Er musst den Kraterrand erreichen, in der Hoffnung, dass das dichte Gestrüpp das Tier ausbremsen würde. Aber der Vogel schien gerissener zu sein, als sein urtümliches äußeres vermuten ließ. Mit immer neuen Sprints trieb er den Aeldari vor sich her und hielt in der offenen Grasfläche fest. Gleichzeitig ließ er ihm keinen Moment Ruhe, um seine Waffen zu benutzen.


    Dem Weltenwanderer begannen die Beine zu schmerzen und die Lunge zu brennen. Weglaufen hatte keinen Sinn. In kürze würden seine Kräfte so weit nachgelassen haben, dass das Tier ihn trotz seiner Haken einholte. Er musste die Verhältnisse angleichen. Grade hatte er wieder etwas Abstand zwischen sich und seinen Verfolger gebracht. Nach Luft ringend blieb er stehen und strich sich mit dem Arm die schweißnassen blonden Haare aus dem Gesicht. Dann holte er zwei seiner größeren, schweren Wurfmesser hervor. Der Vogel hatte wieder auf ihn eingeschwenkt. Sein Verstand, sein Instinkt, alles in ihm drängte gleichzeitig darauf, vor dem anstürmenden Raubtier zu fliehen oder sofort die Messer zu werfen. Margil kämpfte dagegen an und besann sich auf sein Training im Aspektschrein. ‚Der Rächer Asuryans erkennt den rechten Moment. Er setzt seine Waffe nicht zu früh ein und nicht zu spät.‘ Er hob beide Arme in Position, ein Messer in jeder Hand, und zählte seine Atemzüge, während der Vogel auf ihn zustürmte. Dann warf er.