Beiträge von Mondschatten

    andere frage.... kann mir jemand sagen wie die spielwerte für eine cataphractii terminator rüstung ist? Ich hab im netz gesucht, aber nix gefunden.... :|?(

    Was allerdings auch keine Fluff- sondern eine Regelfrage ist. ;)

    ich bin hier nicht sicher. Da Latein eine tote sprache ist, folglich von niemanden mehr aktiv gesprochen wird. Weiss man heute nicht mehr, wie tatsächlich die Römer sprachen. Kann ja auch sein, das sie bistimmte vokale und laute ganz anders aussprachen als wir das heute vermuten.

    Beispiel: cicatrix maledictum, die verdorbene Narbe, oder die böse/schlechte Narbe, wird richtig gesprochen als "tschikatrix malediktum", vom italienisch abgeleitet.

    Stimmt. Aber hier geht's ja garnicht um die Aussprache, sondern um die Grammatik und um die Formenbildung, bzw. das übergehen derselben beim Imperialen Hochgothischen. Wenn ein Laut grammatisch unterscheidend ist, wie z.B. das s am Ende, liegt er sehr nahe, dass er standardsprachlich auch ausgesprochen wird. Geschrieben wird er aber auf jeden Fall immer.

    Was spricht gegen eine Herleitung aus bereits bekannten, hochgotischen Wörtern?

    Im Prinzip garnichts. Dann würde ich es auch einheitlich machen.


    Ordo Xenos = ein Ordo, Einzahl. Ordos majoris meint die drei großen, also ist Ordos die Mehrzahl, statt Ordines, wie es nach der konsonatischen Deklination korrekt wäre. Ergibt Sinn, die komplizierte lateinischen Deklinationsmorphologie über Bord zu werfen und einfach den Englische s-Plural dranzuhängen. Da in der englischen Bezeichnung von der Mehrzahl die Rede ist, auch hier Ordos.


    Majoris, eigentlich maioris, ist der Dativ oder Ablativ Plural von maior = größer, also "den größeren" oder "von den größeren". Weil sich Adjektive in Genus, Numerus und Kasus dem zugehörigen Nomen Angleichen, Ordos hier aber Nominativ Plural sein soll, müsste es Ordos maiori heißen. Ich glaube, das s bei majoris ist auch einfach nur ein Plural-s. Das ist schon mehr Kongruenz, als das Englischen mitbringt. Davon abgeleitet würde ich sagen


    Ordos sacris = die heiligen Orden


    Administratum ist eine Nominalbildung aus administrare = verwalten. Inquisition ist schwieriger, das verb heißt inquirere. Inquisitio ist die Untersuchung. Ich würde das zuerst auf den Stamm Inquisi- reduzieren und dann eine passende Endung daranhängen. -tor impliziert eine einzelen handelnde Person, wie z.B. auch Administrator. Inquisitoris gleicht sich lautlich an sacris an könnte auch als Plural von Inquisitor interpretiert werden. Inquisitorum würde ich als als Zusammenschlus der handelnden Personen, sprich als die Institition deuten.


    Ordos sacris Inquisitorum


    Imperatus fehlt dann das -tor, das eine (zumindest theoretisch) handelnde Person anzeigt. Imperatus müsste das Verbalsubstantiv von imperare sind, alsi in etwas "das Befehlen". "Emissaries Imperatus" würd ich als "Überbringer des Befehls" deuten.

    Ich wäre für Imperatoris. Das impliziert das englische Genitiv-s mit, durch das eingefügte i lautlich gelättet. Im ganzen dann


    Ordos sacris Inquisitorum Imperatoris


    Ich finde, das hat einen schönen Rythmus und Lautstruktur und wenn man die auf Plural- und Genitiv-s reduzierte Formenbildung des Englischen zugrundelegt, sogar sowas wie eine grammatische Kongruenz. :D

    Sind ja mehre Orden. Wenn GW als Plural "Ordos" benutzt, würde ich sagen, dann hier auch. "Inquisitoris" wären denn eher die untersuchenden Orden heißen, passt aber mMn auch. "Imperatus" fehlt irgendwie der Personenbezug. Da würde ich bei Imperator bleiben.


    Odos inquisitoris sacri Imperator.

    Eine aktualisierte, erweiterte und an die etablierte Praxis angepasste Regelneufassung.


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    Selbstverständlich und vor allem anderen: Die Geschichten, die ihr unter eurem Namen postet, sollen natürlich eure eigenen sein. Wer für jemand anderen veröffentlicht, kann das natürlich auch. Dann ist der tatsächliche Autor im Threadtitel anzugeben. Die Urheberrechte der Geschichten liegen einzig bei den Autoren. Darüber hinaus ist jeder, der eine Warhammer-Fanfiction veröffentlicht, in der eigenen Verantwortung, die von GW dafür festgelegten Vorgaben einzuhalten.


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    Achtet so weit wie möglich auf korrekte Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung. Der Sprachgebrauch ist das Aushängeschild eurer Geschichte. Ungegliederte Bandwurm- oder aneinandergereihte Halbsätze und kryptische Wörter nehmen selbst bei interessanten Stories die Motivation zu lesen. Aktuelle Schreibprogramme haben inzwischen sehr verlässliche Rechtschreib- und Grammatikprüfungen. (Ich bin Deutschlehrerin, ich weiß, wovon ich rede. ;) ) Schreibt eure Geschichte damit und lasst sie vom Programm überprüfen, dann habt ihr dem Standard genüge getan.


    Umganssprache und Slang können ein Stilmittel sein. Bemüht euch aber in den Texten möglichst um gepflegtes Standarddeutsch. Es muss nicht Goethe sein, es sollte aber auch nicht Duisburg-Marxloh-Schulhofdeutsche sein. (Wie gesagt, s.o. Und ich bin von da, ich darf das sagen. :D )

    Vermeidet deshalb bitte auch Denglisch-Auswüchse und benutzt da, wo es sie gibt, deutsche Namen und Begriffe. Wir wollen nicht den Heyne-Übersetzern Konkurrenz machen, aber allgemeinverständlich sollte es sein.


    Geschichten dürfen auch im Volltext in anderen Sprache verfasst sein - manch einer hat vielleicht schon für internationale Fanseiten in Englisch geschrieben. Bedenkt dabei nur, dass ihr jenseits von Englisch nicht unbedingt erwarten könnt, Leser zu findet. Texten in deutscher Sprache ist deshalb der Vorzug zu geben.


    Themen und Genres

    Bitte gebt im Threadtitel das Thema, bzw. die (Haupt-)fraktion an, um die es in eurer Geschichte geht. So erleichtert ihr Lesern das Auffinden dessen, was sie interssiert, und mir das Einordnen ins Inhaltsverzeichnis. ;) Außerdem könnt ihr die Textart, die ihr im Sinn habt, dazuschreiben, also z.B. Roman, Kurzgeschichte etc. Dann weiß der Leser, auf was er sich einlässt.


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    Geschichten, die in Fortsetzung erscheinen, sollen nicht durch Kommentare unterbrochen werden. Wer eine solche Geschichte plant und im laufenden Prozess Rückmeldung wünscht oder die Veröffentlichung mit Hintergrundinfos zum Entstehungsprozess begleiten möchte, legt bitte im Diskussions-Bereich dafür einen Thread an und verlinkt ihn in seinem Geschichten-Thread.

    Bei abgeschlossenen Werken spricht nichts dagegen, auch direkt unter der Geschichte zu kommentieren.



    Für weitere Fragen und Vorschläge zur Organisation des Story-Bereichs steht euch dieser Thread offen.

    Der ganze Haemonculus-Fluff war mir selbst für Dark Eldar bisher zu bizarr. Und jetzt bin ich doch dabei gelandet, zumindest so am Rande. :D Keine Ahnung, ob ich mir da nicht vielleicht doch noch welche Anschaffe, so in Patrouillen-Sträke, ein Haemonculus, ein Trupp Folterer, eine Grotesque (obwohl der Trupp mindestesn drei hat, aber dreimal das gleiche Resin-Monstrum. X/ ) Auch bei diesem Abschnitt habe ich übrigens wieder Ideen und Motive aus der ersten Fassung meine Roman recycelt und neu in eine andere Handlung eingebaut.

    Es ist schwierig, dazu etwas zu sagen, ohne die Geschichte vor Augen zu haben. Vielleicht solltest du sie wieder reinstellen, mit den Gedanken dazu. Das könnte man in einem WIP-Thread machen, wo dann durchaus die Kommentare direkt mit in den Thread können. Den würde ich dann erstmal im Kommentare-Bereich unterbringen und die fertigen Kapitel dann im Hauptbereich.


    Ganz genrell - ich weiß nicht, ob das für dich Hilfreich wäre - gehe ich so vor, dass ich vor und auch wärend des Schreibens nebenher Notizen mache, in denen ich Handlungsstränge zusammenfasse, oder Stichworte zu den Charakteren, wie sie in welchem Abschnitt sie warum so handeln, Details zu den Orten etc. Das fließt dann in das Schreiben ein und aus dem Schreiben kommen dann neue Gedanken.


    Oder die Gedanken kommen dann, wenn ich buchstäblich Muße habe, z.B. wenn ich von der Arbeit nach Hause fahre (mit dem Bus), mir meine Helden und ihre Erlebnisse ganz zusammenhanglos durch den Kopf gehen lasse, dann kommen ganz von selbst Ideen, die ich dann sofort festhalte und einorden. Manche davon verwerfe ich dann auch wieder, aber das macht nichts.


    Ich würde sagen: Schreib das aus, was dir Spaß macht. Wenn du ein Ritual darstellen willst, weil du es spannend oder stylisch findest oder es für dich/deine(n) Charakter eine Bedeutung hat, schreib es aus. Das mindeste, was es bringt, ist, dass es die Welt lebendiger macht.

    Die gefallen mir sogar noch eine ganze Spur besser als die blutigen. Auch wenn das natürlich auch seinen Sinn hat, haben die Blutigen doch so einen gewissen Ekel-Effekt am Rande von zu viel. Die hier wirken auf mich viel schauriger.

    Ich hab ziemlich wenig Black-Library-Leseerfahrung. Genau genommen beschränkt sich das auf die Eisenhorn-Trilogie und den ersten Uriel-Ventris-Roman. Vielleicht wir das in irgendwelchen Romanen mal dargestellt. Ich selbst hab mir das immer so wie das Fräulein vom Amt vorgestellt oder den Beamten im Telegrafenbüro, nur das die Astropathen auch gleichzeitig noch das Sende- und Empfangsgerät sind.

    Ein schwaches, tanzendes Licht erschien, grünlich-weiß und kalt. Es glitt heran, als wiegte es sich im langsamen Takt einer unhörbaren Musik. Die Stimmen waren verstummt.


    Das Licht näherte sich. Die Augen der beiden Aeldari hatten sich so sehr an das Dunkel gewöhnt, dass es ihnen blenden hell erschien. Dabei waren die Granitwände so tiefschwarz, dass sie kaum mehr als eine Armlänge im Umkreis der Lichtquelle erleuchtet wurde.


    Im Näherkommen zeichneten sich Gestalten ab, eine kleine Gruppe, sechs, vielleicht sieben oder acht. Nun konnten die beiden Weltenwanderer sie genauer erkennen. Es schienen Aeldari zu sein, doch war dies an ihrem entstellten Erscheinungsbild nur schwer festzumachen. Ihre Gesichter waren hinter gewölbten, metallenen Masken verborgen, die nicht mehr als einige Sehschlitze als Öffnungen hatten. Die Oberkörper waren nackt, athletisch und sehnig, doch in dem fahlen Licht blass wie Wasserleichen und überzogen mit Knoten und Narben. Aus Buckeln am Rücken entsprangen knochige Bögen und Äste, an denen gläserne Phiolen hingen. Dünne Schläuche leiteten den purpurrot glühenden Inhalt unablässig unter die Haut der Gestalten. Bei anderen Stecken die Gefäße direkt in den Muskeln.


    Die schauderhaften Wesen trugen grobschlächtige Waffen und Werkzeuge, Sicheln, Beile, Messer, Injektoren. Bei manchen ersetzen sie sogar gänzlich die Hände. Bedrohlich warfen die gezackten Schneiden und fingerdicken Nadelspitzen das Licht zurück. Ihre einzige Kleidung waren weiten, knöchellangen Röcken aus etwas, das wie rohes Leder aussah. Jeder trug eine eigene Lampe in Form einer leuchtenden Kugel an einer groben Kette seien Hals. Sie bewegten sich in einem gemessenen Schritt, fast wie in einer Prozession. Außer dem Tappen ihrer bloßen Füße ging keinen Laut von ihnen aus.


    Dann tauchte etwas anderes hinter ihnen auf, etwas Großes, Verstörendes, eine Monstrosität aus Muskeln und Gliedmaßen. Es überragte die Vorderen fast um das Doppelte. Aus den breiten Schultern entsprangen nicht nur gewaltigen Arme, sondern auch drei Wirbelsäulen, die sich in einem verformten Buckel über den Rücken wölbten. Knöcherne Stacheln ragten daraus hervor. Auch dieser Kreatur steckten mit Flüssigkeiten gefüllte Schläuche und Gefäße in Rumpf und Gliedern. In der einen Hand hielt sie eine breite, einschneidige Klinge. Die andere war durch eine metallene Prothese mit dornenartigen Klauen ersetz. Der im Vergleich zum entstellten Körper kleine Kopf steckte in einer schwarzen Eisenmaske.


    Das einzige Wesen dieser schaurigen Truppe, das sein Gesicht zeigte, ging direkt vor der Monstrosität. Eher schien es zu schweben, beinahe zerbrechlich im Gegensatz zu seinen grobschlächtigen Begleitern. Die spitzen Ohren und die elegante Gestalt gaben es unzweifelhaft als Aeldari zu erkennen. Doch die feinen Gesichtszüge waren ausgezehrt, die alabasterweiße Haut wie eine Maske darüber gespannt. Lange, strähnige Haare von flammendem Rot fielen vom Scheitel. Ein schwarzes, glänzendes Mieder umspannte die zierliche Taille. An dem tiefgrünen, blutfleckigen Kittel glänzten an Schnüren aufgereihte Nadeln und Messer. Ein weiter Mantel aus Haut lag über den bloßen Schultern und bedeckte die Brust. Neben seinen eigenen Armen, die in schwarzen, bis zum Ellenbogen reichenden Handschuhen steckten, trug es noch ein weiteres Paar, das anstelle von Händen mit chirurgischen Werkzeugen versehen war.


    Der Anblick des Geschöpfes ließ Firondhir erstarren. Erinnerungen überkamen ihn wie eine Sturzflut. Schmerzhafte, grauenvolle Erinnerungen, die er tief vergraben zu haben glaubte. Erinnerungen an ungezählte Stunden der Qual, die auch dann nicht endeten, als er den Grund ihres Aufenthalts in Commorragh offenbart hatte. Der Foltermeister hatte einfach weiter gemacht. Eine brennende Flüssigkeit war in seine Adern gepumpt worden, unablässig, die ihn hinderte, das Bewusstsein zu verlieren, sodass er alles mit ansehen musste, was der Drukhari mit Illurayon getan hatte.


    Er war von gleicher Art gewesen wie dieser hier. Das gleiche abstoßende Erscheinungsbild, die gleichen missgestalteten Gehilfen. Mit einem Unterschied: dieser hier war eine Frau.


    Langsam zerfloss das Entsetzen und mit ihm die Erstarrung und machten Raum für eine neue Regung: abgrundtiefer Hass, der Firondhir alles andere vergessen ließ. Seine Hand tastete nach seinem Feldmesser.


    Unbewusst musst er eine Körperhaltung eingenommen haben, die seine selbstzerstörerischen Absichten verraten hatten, denn auf einmal stand Margil hinter ihm und hielt ihn an beiden Armen fest.


    „Begeh nicht wieder so eine Dummheit!“ raunte er ihm scharf zu. „Das sind mehr als nur ein einzelner Drukhari-Prinz.“


    Firondhir schien ihn nicht zu hören oder zu verstehen. Er zerrte an seinen Armen, wand sich in seinem Griff, versucht mit aller Macht, sich loszumachen. Margil musste alle seine Kräfte aufbieten, um ihn festzuhalten, und konnte ihn dennoch kaum bändigen.


    „Halt an dich, sonst entdecken sie uns“, herrschte Margil ihn mit unterdrückter Stimme an. Doch Firondhir ließ nicht ab. Inzwischen war die düstere Prozession nur noch wenige Längen entfernt.


    „Ydrir, hilf mir!“ rief Margil in Gedanken mit einer Andeutung von Hilflosigkeit. Ydrir zögerte keinen Moment und huschte zu den miteinander ringenden Weltenwanderern hinüber. Er fasst Firondhir am rechten Arm, Margil hielt den Linken fest. Mit vereinten Kräften gelang es den beiden, ihren Gefährten von dem Durchgang fortzuziehen und in eine Nische an der gegenüberliegenden Wand zu bugsieren.


    Keinen Augenblick zu früh, denn im nächsten Moment hatten die Missgestalten die Passage erreicht und durchquerten die Öffnung zwischen den Felssäulen. Margil und Ydrir stellten sich vor Firondhir und drückten ihn in die Spalte.


    „Bei allem, was die Götter uns gelehrt haben, besinne dich. Wenn sie uns bemerken, ist es um uns geschehen“, flehte Ydrir. Firondhir holte tief Luft. Wer wenn nicht er wusste, was sie erwartete, wenn sie einem Haemonculus in die Hände fielen. Sein unkontrollierter Gefühlsausbruch hätte seine Freunde beinahe diesem Los ausgeliefert. Er rang um Beherrschung. Unwillkürlich fuhr seine Hand dabei an seinen Gürtel und die Finger begannen, mit der Haarlocke zu spielen. Reglos verschmolzen die drei Ranger mit dem Schatten um sie herum und beobachteten das Geschehen nur wenige Schritte von ihnen entfernt.


    Die Frau und die Monstrosität blieben in der Pforte stehen. Die übrigen Gestalten schwärmten aus. Jede einzelne tragt an eine der auf den Felsnadeln drapierten Leichen heran und begann sie, mit ihren Klingen und Kanülen zu bearbeiteten, schnitten Organe heraus oder entnahmen Körperflüssigkeiten. Margil hatte recht gehabt: diese grausige Sammlung war ein Vorrat.


    Die Gehilfen setzten ihre anstoßende Arbeit fort. Obwohl sie kein Wort sagte, schien die Haemoncula ihren Geschöpfen Anweisungen zu erteilen, welchem Körper sie welche Teile zu entnehmen hatten. Eben hatte einer der Folterer, nur eine Armlänge von den Rangern entfernt, seine widerliche Tätigkeit beendet und verstaute eine unbestimmbare, triefende Gewebemasse in einem Beutel an seiner Schürze. Seine Meisterin richtete seinen Blick auf ihn. Augenblicklich wandte er sich ihr zu und kehrte mit wiegenden Schritten zu ihr zurück.


    Im selben Moment spürten Margil und Ydrir, wie auch Firondhir einen Schritt nach vorne tat. Geistesgegenwärtig stemmte Margil sich ihm entgegen. Diesmal drängte Firondhir nicht mit Gewalt gegen ihn an, er konnte ihn alleine zurückhalten. Doch irgendetwas hatte ihn dazu verleitet, dem Folterer folgen zu wollen, und Margil wagte nicht einmal in Gedanken, ihn anzusprechen, unsicher, ob die Drukhari-Frau dies bemerken würde. Ydrir fasste Firondhirs Hand, drückte sie um die Haarsträhne zusammen und hielt sie fest.


    Sie mussten die Aufmerksamkeit der Drukhari erregt haben, denn auf einmal zeigte ihr hageres Gesicht genau in ihre Richtung. Erst jetzt fiel Margil auf, dass ihre Augen zwei verschiedene Farben hatten, das rechte türkis, das linke violett. Ihr Blick war verstörend, er verursachte Übelkeit. Endlose Augenblicke starrte sie zu ihnen herüber. Margil kam es wie Stunden vor. Aber sie konnte sie unmöglich gesehen haben. Sie standen im völligen Dunkel. Ihre Mäntel nahmen die Farbe des Steins an. Sie waren unsichtbar. Oder war an diesen unnatürlichen Augen irgendetwas, das den Schatten durchdringen konnte? Und wenn sie ihre unförmige Kreatur zu ihnen schickte…


    Die Haemoncula wandte den Kopf, als würde sie etwas aus einer anderen Richtung hören. Doch es war immer noch still in dem Tunnel. Dann wies sie auf einen anderen Überrest. Ihr Gehilfen folgten ihrem unhörbaren Befehl, trottete hinüber und machte sich daran zu schaffen. Gleichzeitig ließ auch Firondhir von seinem Drängen ab.


    Es mochte eine Stunde oder mehr sein, die sie so verharrten, bis die Drukhari schließlich ihre Arbeit vollendet hatte. Die Folterer sammelten sich bei ihrer Herrin, und so gespenstisch wie sie gekommen waren, zogen sie wieder davon.


    Erst als auch der entfernteste Schein ihrer Lichter verschwunden war, traten die drei Aeldari aus ihrem Versteck. Firondhir holte tief Luft.


    „Was war los mit dir?“ zischte Margil, und setzte hinzu: „Und ich meine nicht deinen Zornesausbruch, den musst du mir nicht erklären.“


    Firondhir schüttelte betreten den Kopf. „Ich weiß es nicht“, antwortete er mit belegter Stimme. „Diese Frau. Irgendetwas war an ihr. Ich war nicht Herr meines Willens. Es war wie ein Ton, den man nicht hört.“


    „Oder ein Duft, den man nicht riecht“, ergänzte Ydrir.


    „Du auch?“ fragte Margil erstaunt. „Was hat dich zurückgehalten.“


    Verlegen schaute er zur Seite. „Das gleiche wie Firondhir.“


    Margil konnte mit der Antwort nicht viel anfangen. Firondhir dafür um so mehr. Der Gedanke an Ànathuriel hatte ihn davor bewahrt, dem unheilvollen Einfluss der Haemoncula nachzugeben. Und offenbar verhielt es sich bei Ydrir genauso. Die besondere, psionische Verbindung, die der Junge zu ihr hatte, würde ihm selbst immer vorenthalten bleiben. Der Gedanke versetzte ihm einen Stich, der ein finstern, nagenden Schmerz irgendwo im hintersten Winkel seiner Seele hinterließ.


    „Was auch immer“, seufzte Margil. „Wenn wir den Drukhari folgen wollen, müssen wir uns beeilen, sonst verlieren wir ihre Spur.“


    „Warum folgen?“ entfuhr es Ydrir entsetzt. „Hast du nicht gesehen, was sie mit den Toten gemacht haben?“


    „Eben deswegen“, stimmte Firondhir zu. „Wir müssen davon ausgehen, dass sie mit Ydril genauso verfahren sind. Wenn sein Seelenstein nicht irgendwo hier liegt, müssen sie ihn mitgenommen haben.“


    Der Gedanke war ebenso einleuchtend wie verstörend. Dennoch schien er Ydrir falsch. „Ihr irrt euch“, sagte er bestimmt. „Wir sollten weiter dem Wasser folgen.“


    „Was lässt dich so sicher sein?“ wollte Firondhir wissen. „Hast du etwas gesehen?“


    „Nein“, musste Ydrir einräumen, „diesmal nicht.“


    „Entscheidet euch!“ drängte Margil. „Ehe es zu spät ist.“


    Widerwillig gab Ydrir nach, mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern zeigte er Resignation.


    „Gut, ich gehe vor“, entschied Margil und schob sich an ihnen vorbei.


    „Warum?“ fragte Firondhir verdutzt.


    „Wie auch immer diese Drukhari euch beide in ihren Bann geschlagen hat, ich kann euch versichern: was Frauen betrifft, bin ich immun.“

    In diesem Inhaltsverzeichnis findet ihr Geschichten unserer Mitglieder nach Themen, d.h. nach Fraktionen sortiert. Gelistet sind dabei vorerst nur vollendete Werke oder solche, die sich gerade in Arbeit befinden. Angefangene Arbeiten, an denen sich seit fünf oder mehr Jahren nichts mehr getan hat (und deren Autoren eine ähnlich lange Zeit nicht mehr aktiv waren), bleiben außen vor. Für diese Arbeiten sei auf das vollumfängliche Inhaltsverzeichnis von Zerzano bis April 2015 verwiesen.
















    Dem kann ich mich nur anschließen. Gehört zu dem besten, was ich hier bisher gelesen habe. Wenn auch dem Kenner schon nach dem ersten Absatz klar werden kann, um was es geht. Die eingestreuten Schlüsselbegriffe und gewählten Namen verweisen ganz unzweifelhaft auf Prä-Häresie-Thousand Sons und Space Wolves. Ich denke aber, das war so beabsichtigt. Der Rest des Handlungshintergrundes ist dann buchstäblich Geschichte.

    Ydrirs Strategie ging auf. Es war ein mühseliges, kleinschrittiges Vorankommen. Schnell hatte sie festgestellt, dass sie mit ihren Schritten behutsam in das Wasser eintauchen mussten. Zu heftige Verwirbelungen trieben das Leuchten auseinander, so dass es verglomm, ehe sie erkennen konnte, in welche Richtung es davonzogen. Immer wieder mussten sie Pausen einlegen und dem Wasser Zeit geben, zur Ruhe zu kommen, um dann behutsam den Weg wieder aufzunehmen. Zumindest behinderte der Salamander sie nicht. Auf irgendeine seltsame Art und Weise musste das Tier erkannt haben, was die Aeldari mit ihrer seltsamen Fortbewegungsweise bezweckten. Die meisten Zeit schwamm er ruhig hinter ihnen.


    Es mussten wohl einige Stunden verstrichen sein, als die Tümpel begannen, schmaler und tiefer, die Bündel aus Granitsäulen dichter zu werden, bis sie sich wieder zu Pfeiler und Wänden zusammenschlossen, zwischen denen langsam strömende Kanäle einher zogen. Auf eine bizarre Art erinnerten die Tunnel Firondhir an die Wohnkuppeln auf ZarAsuryan – ein finsteres Gegenbild des Weltenschiffs.


    Die ganze Zeit hatte Ydrir mit einem Ohr – oder welchem anderen Sinn auch immer - in die Dunkelheit gelauscht. Jenes Echo am Rande seiner Vision hatte ihn nicht mehr losgelassen. Aber auch hier schienen sie völlig allein zu sein.


    Unvermittelt trat er auf irgendetwas weiches, so dass er beinahem ausgeglitten wäre. Mit dem nächsten Schritt stieß sein Fuß gegen irgendetwas am Boden. Die Fußspitze drückte den Gegenstand ein wenig ein, wurde dann aber von etwas härterem aufgehalten. Verwundert richtete er seinen Blick nach unten und schrak von Grauen und Abscheu zurück.


    Der Körper eines Aeldari lag vor ihn – oder zumindest das, was davon übrig war. Die Gliedmaßen lagen im Umkreis einiger Schritte um den von der Hüfte bis zur Brust geöffneten Torso verteilt. Die Rippen ragten weit auseinander. Einige der Organe, welche genau konnte Ydrir nicht bestimmen, waren neben dem Körper aufgereiht, als hätte sie jemand dort ausgelegt. Die leeren Augen des eingefallenen Gesichts starrten ins Nichts. Ydrir stieß einen unterdrückten Schrei aus.


    Die beiden Weltenwanderer kamen hinzu. Firondhir betrachtete den Leichnam genauer. Es war schwer zu sagen, ob der Körper auseinandergerissen oder mit einem Werkzeug zerlegt worden war. Wenn das letzte der Fall war, musste es sich um eine stumpfe, gezackte Klinge gehandelt haben. Selbst einem Drukhari war zu wünschen, dass er zu diesem Zeitpunkt schon tot gewesen wäre. Den Überresten seines Gesichtsausdrucks nach zu urteilen, war er es nicht.


    „Das ist nicht der einzige“, war Margils Stimme aus der Dunkelheit hinter ihnen zu vernehmen. Firondhir war im Begriff, Ydrir zu bedeuten, an Ort und Stelle zu bleiben, doch der Junge war schon an ihm vorbeigehuscht.


    Margil stand zwischen einem halben Dutzend weiterer Körper, jeder einzelne in unterschiedlichen Stadien des Zerfalls und in unterschiedlicher Weise zerstückelt.


    „Jeder einzelne Drukhari“, beeilte er sich zu sagen, ehe Ydrir sie genauer in Augenschein nehmen konnte.


    „Was mag es damit auf sich habe?“ fragte Ydrir erschüttert.


    „Der Fluss kann sie nicht bis hier getragen haben“, stellte Firondhir fest. „Und auch nicht so zugerichtet. Aber ich nehme es als Zeichen, dass du recht hattest, Ydrir. Wir sind hier auf der richtigen Fährte. Wenn all diese Toten bis hierher geraten sind, dann wird auch Ydril nicht in der großen Höhle gelegen haben.“


    Der Gedanke hatte wenig Tröstliches für Ydrir. Wenn auch der Körper eines Toten für die Asuryani weniger Bedeutung hatte, als sein Seelenstein – eine solche Behandlung war in jeder Hinsicht verabscheuungswürdig.


    „Jedenfalls sollten wir uns vorsehen vor dem, was sie hierhergebracht hat“, setzte Margil hinzu.


    Aufmerksam setzen sie ihren Weg fort. Bald stießen sie auf weitere Körper. Doch sie lagen nicht mehr am Boden, sondern hingen drapiert über den Enden abgebrochener Granitnadeln. Keiner war intakt, manche bestanden nur noch aus einzelnen Teilen, die eigentlich nicht hätten zusammenhalten dürfen. Chem-Pan-Sey waren darunter, Drukhari-Krieger, wie es schien aber auch Angehörige anderer Völker. Margil fiel ein Leichnam auf, an dessen gesichtslosem Schädel noch einige Resten blauer und grüner Haare hingen. Tief in einer fauligen Wunde am Hals entdeckte er eine silbernes Wurfmesser. Margil zog es heraus, wischte es mit einem Tuch sauber und steckte es in einer der Schlaufen unter seinem Mantel.


    Die grausige Galerie schien sich ohne Ende fortzusetzen. Ydrir würde übel. Er musste sich an einer Wand abstützen. Seine Hand tastete nach der Seite seines Helmes. Er glaubte ihn öffnen zu müssen, um Luft zu bekommen.


    „Lass es besser“, sagte Firondhir, der seine Absicht erraten hatte, mit ruhigem Tonfall und legte seine Hand auf die des Jungen. Ydrir ließ von seinem Helm ab und glitt sich schwer atmend zu Boden. Mitfühlend hockte Firondhir sich neben ihn.


    „Manche Vögel spießen ihre Beute auf Dornenhecken auf, um sie später zu fressen“, sagte Margil mit einer Mischung aus Befremden und Abscheu, während er die Ansammlung von Leichen betrachtete.


    „Vögel werden wir hier nicht finden“, entgegnete Firondhir.


    „Ein Vogel wäre mir lieber als irgendetwas anderes“, gab Margil zurück.


    Firondhir wandte sich wieder Ydrir zu. „Wenn du wieder so weit bist, sollten wie so schnell wie möglich weitergehen. Je eher wie das hier hinter und gelassen haben, umso besser.“


    Ydrir nickte und ergriff den ausgestreckten Arm des Weltenwanderers und ließ sich aufhelfen.


    Die drei standen noch beisammen, als der Salamander aus dem Kanal schlüpfte. Einige Male liefe er zwischen den Aeldari und dem Wasserrand hin und her und schüttelte dabei seinen breiten, flachen Kopf. Dann blieb er sitzen. Ein krampfähnliches Zucken lief durch seinen Körper. Seine ausladenden Kiemenbüschel zogen sich zusammen, die tentakelähnlichen Äste schienen sich komplett zurückzubilden. Gleichzeitig fiel der Flossensaum zusammen, bis er vollständig verschwunden war. Der breite, flache Ruderschwanz schrumpfte zu einem runden, spitz zulaufenden Schweif. In wenigen Augenblicken hatte die aquatische Amphibie sich in einen Landbewohner verwandelt.


    Während die Aeldari erstaunt die seltsame Metamorphose beobachteten, huschte der Salamander an ihnen vorbei, erklomm eine Felsnadel und drückte sich in einen Spalt. Seine Haut nahm die Farbe des Untergrundes an, so dass er selbst für den suchenden Blick fast nicht zu sehen war.


    Im nächsten Moment drangen entfernte, dumpfe Geräusche zu ihnen vor. Die drei erstarrten und lauschten aufmerksam. Der Klang erinnerte die Schritte bloßer Füße, leise, doch in der absoluten Stille des Tunnels deutlich zu vernehmen. Sie schienen ihren Ursprung in einem Nebenkorridor zu haben. Der Gang verlief annähernd parallel hinter einer steinernen Palisade, hin und wieder durchbrochen von weiten Spalten. Ydrir tat es dem Salamander gleich und schlüpfte in eine Nische in der gegenüberliegenden Wand. Mit seinem schwarzen Mantel und seinem Talent, völlig reglos zu bleiben, war er augenblicklich unsichtbar.


    Margil und Firondhir nahmen neben je einer der nächstgelegenen Durchlässe Aufstellung, so dass sie den Gang möglichst weit überblicken konnten – wobei das in der Finsternis nicht viel hieß. Sie konnten kaum ausmachen, ob der Tunnel gerade verlief oder einen Knick machte. Margil griff unter den Mantel und tastete nach seinen Wurfklingen.


    Abgeschlossene Handlungen


    Grundlegend geht LamEldanar davon aus, dass die benannte Handlung unbegrenzt andauert aus. Manchmal kann es aber nötig sein, deutlich zu machen, dass eine Handlung in ihrer entsprechenden Zeitebene abgeschlossen wurde. Um dies auszudrücken, kann gonau = endend an/um/in vor das prädikative ZUSTANDSWORT setzen.